Ein Hecht war nicht dabei

Angelsportverein Naumburg fischte Stadtteich ab und setzte Tiere um

Naumburg. Nass, matschig und teilweise eisig war es auf dem Weg entlang des Sees im städtischen Park in Naumburg am Samstagmorgen. Im Teich dagegen brodelte es von Fischen, da der Angelsportverein seit einer Woche das Wasser aus dem Teich ablaufen ließ.

Immer mehr Karpfen, Giebel (Karpfenfisch), Barsche, Zander und kleine Weißfische drängten sich inzwischen in den wenigen Wasserstellen zusammen.

Doch es ging den Fischen nicht an den Kragen bzw. an die Schuppen, denn sie wurden durch das Abfischen nur umgesetzt. Der Stadtteich, den der Angelsportverein gepachtet hat, bekommt nach 35 Jahren eine Erholungspause. Das sei wichtig, sagte Martin Draude, Vorsitzender des Angelsportvereins Naumburg 1970, damit der Schlamm auf dem Grund austrocknet und sich mineralisiert.

Und dann könnte auch der Uferbewuchs abgemäht oder zurückgeschnitten werden. Im Frühjahr nächsten Jahres wird der Stadtteich wieder befüllt und mit Fischen besetzt. Rechtzeitig zur 850-Jahr-Feier der Stadt Naumburg wird der See angeltechnisch und als Naherholungsgebiet wieder zu einem wertvollen Gewässer. Doch erst einmal mussten alle Fische mit Keschern und Netzen möglichst schonend aus dem Teich geholt und in Bottiche mit Wasser umgesetzt werden.

Das war für die Vereinsmitglieder eine anstrengende Arbeit, vor allem wenn sie Prachtexemplare von Karpfen und Zander in den Wannen transportierten. Anschließend wurden die Fische von Jörg Gisselmann, Ralf Gemeine und dem zwölfjährigen Jonas Lokay begutachtet und nach Größe sortiert in verschiedene Behälter verteilt. Und zum Schluss ging es für die Fische ab in den Hüttenteich beim Vereinshaus oder in die Teiche am Hasenacker, wo sie weiter wachsen und gedeihen können.

Am Nachmittag war die Ablass-Aktion beendet, und für die fleißigen Helfer gab es eine Stärkung im Vereinshaus. Insgesamt war die Aktion erfolgreich verlaufen, der Teich war leer und die Fischverluste auf ein Minimum beschränkt. Vorsitzender Martin Draude zog Bilanz: etwa 350  Kilogramm Fisch wurden umgesetzt, darunter sieben große Zander, drei Karpfen und ein Dutzend großer Giebel und mehrere Tausend kleine Fische.

Der große Hecht, den einige Angler angeblich gesehen hatten, gehört wohl zum Anglerlatein, denn er tauchte auch im leeren Stadtteich nicht auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.