Auftakt zum Klimwald-Projekt in Ippinghausen

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Auftaktveranstaltung Klimwald im Haus des Gastes Ippinghausen, hier die Teilnehmer, vorne rechts die Bürgermeister aus Naumburg, Wolfhagen und Zierenberg, Stefan hable, Reinhard Schaake und Stefan Denn.

Wolfhager Land. Durch den Klimawandel werden sich künftig Umweltbedingungen dynamisch verändern, da sind sich Experten einig.

Dass kluger Waldbau und wirksames Wildtiermanagement einer Überforderung des Ökosystems Wald gegensteuern können, steht für die Macher des Projekts Klimwald fest, die vielversprechende Maßnahmen am Beispiel der Kommunalwälder Calden, Naumburg, Wolfhagen und Zierenberg untersuchen wollen. Offizieller Startschuss zum vom Bundesumweltministerium geförderten Projekt war am Freitagabend im Ippinghäuser Dorfgemeinschaftshaus. Ziel: Bis Sommer 2017 sollen praktisch umsetzbare und auf andere Regionen übertragbare Ergebnisse geliefert werden, damit der Wald den Klimawandel übersteht.

In der Fachwelt herrscht breiter Konsens, dass vielschichtige und gemischte Dauerwald-Strukturen, eine größere Vielfalt an Baumarten und Strukturelementen und die Einmischung klimarobuster Arten für die Entwicklung klimaangepasster Waldbestände wichtig sind. „Die durch den Klimawandel bedingten Veränderungen im Ökosystem Wald provozieren allerdings neue und verstärken bestehende gesellschaftliche Konflikte“, sagt Dr. Christian Henschke, Koordinator des Klimwald-Projektes. „Dazu gehören die unterschiedlichen Interessen von Waldeigentümern, Naturschutz, Jägerschaft, Wanderern und anderen bis hin zum allgemeinen gesellschaftlichen Interesse am Erhalt der identitätsstiftenden ,heimatlichen‘ Landschaft.“ Übergeordnetes Ziel des Vorhabens sei es daher, tragfähige Lösungen konsensorientiert mit den beteiligten Akteuren zu entwickeln und dauerhaft zu etablieren. Das Besondere: Hierfür arbeiten Wissenschaft, Forstpraxis und -verwaltung, kommunale Waldbesitzer, Hegegemeinschaften und weitere Stakeholder in bislang so nicht erprobter Weise zusammen.

Eines der prägenden konzeptionellen Merkmale des Vorhabens betont Uwe Zindel, Leiter des Forstamts Wolfhagen: „Im Klimwald-Projekt werden vor dem Hintergrund des Anliegens, Klimaanpassung in kommunalen Wäldern zu befördern, Hemmnisse vom Ende her - also von der konkreten Risikoeinschätzung vor Ort und der daran orientierten Umsetzung möglicher Maßnahmen - analysiert.“ Darauf aufbauend erarbeiteten die Partner aus Wissenschaft und Praxis unter Berücksichtigung der ökologischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen geeignete Lösungsansätze.

Als weiteres zentrales Merkmal betont der zur Auftaktveranstaltung erkrankte Professor Dr. Ulf Hahne, Leiter des Fachgebiets Ökonomie der Stadt- und Regionalplanung der Uni Kassel, in einer Pressemitteilung den Ansatz, die wissenschaftlich begründeten Erkenntnisse in Entscheidungen zu überführen und diese in waldbauliches und wildtierökologisch orientiertes Handeln umzusetzen und zu verankern. „Die Aufbereitung der zentralen Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem integrierten Arbeitsprozess ermöglichen so Lerneffekte und Nachahmungsimpulse für andere Regionen“, so Hahne.

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