Geheimnisse hinter skurrilen Namen werden gelüftet

Angelika Lengemann hat ein Buch über Spitznamen in Bad Emstal geschrieben

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Sander Platt: Angelika Lengemann hat in ihrem Buch die Bedeutung und Herkunft von etwa 100 Spitznamen aus dem Ortsteil Sand zusammengetragen.  

Bad Emstal. Warum hatten Anneliese und Walter Oliev aus Sand ihr Leben Lang den Spitznamen „Engels im Loche“? Und warum war Heinrich Heitmann als „Meister Nieda“ bekannt. Diesen Fragen geht Angelika Lengemann aus Sand in ihrem Buch nach „Beziehungen – Familienbeinamen in Bad Emstal-Sand“.

Vorlage für ihre Schrift war eine Liste von einem Unbekannten, die auf einer Schreibmaschine abgetippt war.

„Seit sechs oder sieben Jahren haben Leute im Dorf immer wieder danach gefragt, wann ich das Buch schreibe“, sagt Lengemann. Das Abtelefonieren der ganzen Familien war dabei mit viel Arbeit verbunden. Zumal nicht jeder ganz so stolz auf den Familienspitznamen ist und nicht in das Buch aufgenommen werden wollte. Lengemann sagt: „Das ist natürlich schade. Da waren einige besonders spannende Geschichten dabei. Aber man muss die Entscheidung respektieren.“

Herkunft nicht immer klar

Um die hundert Spitznamen und Hintergründe zur Familie hat Lengemann zusammen mit Helfern recherchiert. Dabei kann nicht immer abschließend geklärt werden, woher der Name stammt. Wie etwa der Name „Mutterschmanns“. Hier wird vermutet, dass es sich um „Von Mutters Ehemann die Tochter aus erster Ehe“ handelt. Für Hinweise, die bei solchen Fällen zur abschließenden Klärung von Spitznamen beitragen können, sind Lengemann und der Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal immer dankbar. Die ersten 50 Exemplare des Buches sind bereits ausverkauft, Lengemann hat daher weitere 50 Exemplare bestellt und in Umlauf gebracht. Lengemann sagt: „Bei den alten Einheimischen ist das Interesse natürlich besonders groß. Meine Töchter und Enkel interessiert so etwas nicht mehr.“ Warum solche teils skurrilen Namen zustande kommen, wird im Vorwort thematisierst.

Da besonders im Mittelalter viele Leute ähnliche Namen hatten, mussten Kennzeichen zur Unterscheidung geschaffen werden. So war der Schlosser Heinrich Heitmann nie in seiner Werkstatt anzutreffen und wurde zum „Meister nie da“. Und selbst nachdem Familie Engel aus dem Haus im Niedensteiner Weg auszog, waren die Bewohner von da ab Engels im Loche, selbst Generationen danach.

Ihr nächstes Projekt hat Lengemann auch schon ins Auge gefasst. Aus den Briefen und Postkarten ihres Großvaters, der im Ersten Weltkrieg kämpfte, möchte sie ein Buch zusammenstellen.

Kaufen kann man das Buch „Beziehungen – Familienbeinamen in Bad Emstal-Sand“ für fünf Euro über den Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal oder im Fotostudio Schwarz in Sand.Artikel Rechts

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