Vom Attentat bis zum Steckrübenwinter: Schüler blickten auf den Weltkrieg

Beschäftigten sich intensiv mit dem Ersten Weltkrieg: Die Klasse 9G der Christine-Brückner-Schule behandelte eine Woche lang im Unterricht den Ersten Weltkrieg. Die Projektausstellung der Schüler wurde Am Freitag im Kur- und Festsaal am Thermalbad eröffnet. Foto:  pju

Bad Emstal. Es ist die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, brachte es Oberst a.D. Jürgen Damm auf den Punkt. Der Bad Arolser meint damit den Ersten Weltkrieg, in dem weltweit mehr als 15 Millionen Menschen ihr Leben verloren.

Im Rahmen einer Projektwoche haben Schüler der Christine-Brückner-Schule den Ersten Weltkrieg thematisiert.

Das Projekt wurde von Jürgen Damm, Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und Klassenlehrer Bodo Löwenstein geleitet. Entstanden sind individuelle Präsentationen der Schüler der Klasse 9G, die im Kur- und Festsaal in Bad Emstal vorgestellt wurden.

Haben das Thema „Die Hölle von Verdun“ aufgearbeitet: (von rechts) Amelie (15 Jahre), Sonja (14 Jahre) und Annika (14 Jahre). Unter den Gästen war auch Dekan Dr. Gernot Gerlach, der sich die Ergebnisse der Arbeit mit Interesse ansah.

Der 15-jährige Levi hat mit den Mitschülern Anne (15 Jahre) und Julius (15 Jahre) das Thema „Das Ende des Ersten Weltkrieges“ bearbeitet. Die Schüler haben sich für das Thema entschieden, weil es spannend sei. „Der Versailler Vertrag war eigentlich der Grund für den Zweiten Weltkrieg“, sagte Levi. Die 15-jährige Amelie und ihre 14-jährigen Mitschülerinnen Annika und Sonja behandelten das Thema „Die Hölle von Verdun“. „Wir können uns jetzt in die ganze Situation hineinversetzen“, so Amelie. Aus den Soldatenbriefen erfuhren die Schüler, was die Truppen ertragen mussten. „Alles war total schlimm“, betonte die 15-Jährige.

Drei weitere Schüler setzten sich mit der Kriegsbegeisterung des Ersten Weltkrieges auseinander. Der 15-jährige Tom war erschrocken, als er las, dass der Krieg damals auch in die Kinderzimmer Einzug hielt. „Ein Kinderbuch mit dem Titel Wir spielen Krieg wurde 1914 vom Innenministerium herausgegeben.“ Schlimm fand der 15-Jährige auch, dass berühmte Persönlichkeiten, Literaten beispielsweise, den Krieg verherrlichten. Die 14- und 15-jährigen Schüler Moritz, Michael, Jonas und Luca entschieden sich für „das Attentat von Sarajevo“. „Es ist spannend, dass das der Auslöser für den Ersten Weltkrieg war“, sagte der 14-jährige Moritz. Weitere Themen der Präsentation waren das Ende des Weltkrieges und die Gründung des Völkerbundes.

„Das Gespenst des Krieges zieht weiter durch die Welt“, betonte Bürgermeister Ralf Pfeiffer, der die Präsentation eröffnete. Durch die Flüchtlinge, die in Deutschland sind, werde hoffentlich den jungen Menschen in Deutschland bewusst, wie nah der Krieg bei uns ist, betonte der Rathauschef.

Von Johanna Uminski

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