Katharina Knatz forscht zum Thema Nachhaltigkeit

Studentin nimmt Bad Emstal unter die Lupe

Unterwegs im Ortsteil Sand: Die Studentin Katharina Knatz schreibt ihre Masterarbeit über Nachhaltigkeit in kleinen Kommunen. Als Forschungsobjekt hat sie sich Bad Emstal ausgesucht.
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Unterwegs im Ortsteil Sand: Die Studentin Katharina Knatz schreibt ihre Masterarbeit über Nachhaltigkeit in kleinen Kommunen. Als Forschungsobjekt hat sie sich Bad Emstal ausgesucht.

Wie lässt sich die Gemeinde Bad Emstal in eine nachhaltige Zukunft weiterentwickeln? Diese Frage zu beantworten und damit auch eine Grundlage zu liefern für Veränderungen, hat sich die Studentin Katharina Knatz vorgenommen.

Bad Emstal - Nach eineinhalb Jahren an der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm hat sich Katharina Knatz auf den Weg gemacht zurück ins ländliche Nordhessen. Im Gepäck das Thema für ihre Masterarbeit an der schwedischen Uni: Nachhaltigkeit in kleinen Kommunen. Für Bad Emstal sprachen mehrere Gründe. Einer davon: Katharina Knatz kennt den Ort, ist hier aufgewachsen.

Aber das Entscheidende ist weniger, dass sie für die nächsten Monate, in denen sie für ihre Arbeit hier forschen will, zuhause wohnen kann. „Bad Emstal habe ich bewusst gewählt, weil es eine relativ übliche Kommune in Deutschland ist. Nicht zu winzig, aber auch keine große Stadt.“ Die meisten Menschen, sagt die 23-Jährige, „leben in einer solchen Kommune“. Wenn es aber um Nachhaltigkeit gehe, drehe es sich meist um die großen Städte. „Die kleinen Kommunen fallen da so ein bisschen hinten runter.“ Dabei gebe es gerade hier viel Potenzial. Und genau das wolle sie nun zunächst mal ausloten. Das Ziel sei, „stärkenbasiert zu arbeiten“, erklärt Katharina Knatz. Die Fragestellung: „Was haben wir hier, und was können wir damit machen?“

Um das herauszufinden, hat sie bereits mit verschiedenen Akteuren in Bad Emstal Interviews geführt. „Leute in besonderen Positionen“, nennt sie die. Dazu zählen Politiker, Geschäftsleute, Vereinsvorstände. Dabei wollte sie wissen, was gerade neben Corona in Bad Emstal wichtig ist. Die Probleme der Leute interessieren da genauso wie auch die Wünsche. Nachhaltigkeit beziehe sich eben nicht nur auf den ökologischen Bereich wie den Umweltschutz. Es gehe auch um soziale Nachhaltigkeit wie Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, gute Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Gemeinschaft.

Während Katharina Knatz nun die Interviews analysiert, geht sie bereits den nächsten Schritt: Eine Umfrage, an der jeder anonym teilnehmen kann – online über Handy oder Computer, aber auch ganz analog auf Papier. „Teile deine Vision für Bad Emstal mit uns“, ist gleich zu Beginn des Fragebogens zu lesen. Gefragt wird unter anderem danach, was besonders gut in und an Bad Emstal gefällt, aber auch, was man verändern würde, wenn man einen Wunsch frei hätte.

Bei der Auswertung werden die Wünsche, die zu den zentralen Themen führen sollen, herausgearbeitet. „Und mit den Schwerpunkten geht man gemeinsam in die Tiefe“, sagt Katharina Knatz. Dazu soll es mit den Befragten, die daran interessiert sind, weitere Veranstaltungen geben.

Hierfür stellt die Gemeinde Bad Emstal einen virtuellen Konferenzraum zur Verfügung, sagt Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD), der das „Projekt gute Zukunft Bad Emstal“, wie er es nennt, mit Spannung beobachtet. „Ich sehe das sehr positiv und habe mich gefreut, dass sie das Thema am Beispiel von Bad Emstal bearbeiten will, um verschiedene Prozesse zur Nachhaltigkeit anzustoßen“, betont der Bad Emstaler Verwaltungschef.

„Die Gemeinde hat mich mit offenen Armen empfangen“, sagt die Studentin. „Das Thema Nachhaltigkeit stößt auf offene Ohren.“ Ob das bei der Umsetzung der Ergebnisse so bleiben wird, müsse man sehen, dann gehe es auch um finanzielle Aspekte. Katharina Knatz betont, dass nicht alle Projekte zur Nachhaltigkeit viel Geld kosten müssen: „Oft ist Nachhaltigkeit auch mit Reduktion verbunden. Beispielsweise, wenn Leute sich Autos oder Werkzeug teilen.“

Ein Jahr hat die Studentin im Fachbereich nachhaltige Stadtplanung Zeit für das Projekt einschließlich des Verfassens ihrer Abschlussarbeit, die in Stockholm veröffentlicht wird. Die Projekte, die während des Prozesses angestoßen werden, sollen deutlich länger in die Zukunft hineinwirken. (Norbert Müller)

Hier geht es zur Umfrage: T1p.de/emstal

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