Ausstellung ab 3. Februar

Mit 70 kleinen Häusern: Balhorner baut seine Heimatstadt aus Playmobil nach

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Stellprobe: Jügen Kleinhans mit einer Kopie der Katasterkarte aus dem Jahr 1734. Sie ist die Grundlage für ein Modell Balhorns mit Häusern und Figuren von Playmobil.

Balhorn. Jürgen Kleinhans hat sich Großes vorgenommen: die Darstellung seines Heimatortes Balhorn im Kleinformat. Und dabei bringt er zwei Leidenschaften unter einen Hut.

Jürgen Kleinhans trägt die Begeisterung für die Playmobil-Spielzeugwelt und die Heimatgeschichte in sich. Die Pläne, beides zu kombinieren, trägt er schon fast zwei Jahre in seinem Kopf. In einem Kalender stieß er auf eine Katasterkarte Balhorns aus dem Jahr 1734. „Die fand ich so spannend, dass ich den Plan unbedingt mal abbilden wollte.“ 

Die Schöpfer der Karte, sagt der 42-jährige, „haben jede Parzelle eingemessen, aufgezeichnet und jedes Gebäude nummeriert“. In Tabellen wurden die Namen der Besitzer eingetragen mit vielen Daten wie Zahl der Bewohner, Viehbestand. Vermutlich war das die Grundlage für die Steuererhebung. Für Jürgen Kleinhans ist es die Basis für ein neues Projekt.

Jürgen Kleinhans hat lange nachgeforscht

Bevor er sich aber an das Ausarbeiten einer Planung machte, wollte er mehr über die Zeit um 1750 erfahren. Mit einem guten Bekannten, der sich ebenso für die Heimatgeschichte begeistert und dazu auch noch die Schrift in alten Urkunden lesen kann, forschte er im Internet auf den Seiten des Marburger Staatsarchivs. „Dabei haben wir festgestellt, dass es in Balhorn einst eine Brauerei gab.“ 

Daraufhin vertiefte man die Recherche noch bei einem Besuch in Marburg. Dort stieß man auf eine Urkunde aus dem Jahr 1463, die belegt, dass man seinerzeit in Balhorn Schanksteuer zahlen musste. Ein Nachweis für eine Brauerei war das noch nicht. Dann fanden die beiden Balhorner ein Dokument aus dem Jahr 1583, ein Brief der Wolfhager Ratsherren, wie Kleinhans sagt, die sich beim Landgraf darüber beschweren, dass die Balhorner zu viel Bier brauen.

Jürgen Kleinhans ist ein leidenschaftlicher Playmobil-Sammler und stellte bereits 2018 in Naumburg seine Sammlung aus.

Die Brauerei sollte nun einer der Schwerpunkte werden. Kleinhans machte sich an die Planung und entwarf das Konzept für ein Modell, das vom 3. bis 14. Februar im Dorfgemeinschaftshaus gezeigt wird. Auf einer Grundfläche von vier mal fünf Metern wird er mit bis zu 70 Fachwerkhäusern aus seinem Playmobil-Fundus den Ortskern auf Basis der Katasterkarte nachstellen. Die Kirche wird als Baustelle zu sehen sein – zwischen 1742 und 1748 wurde das Kirchenschiff neu errichtet. „In die Gassen kommt auch Leben rein“, sagt Jürgen Kleinhans. 

Playmobil-Figuren hauchen dem Modell Leben ein

Kleine Episoden wird er mit Playmobil-Figuren in das Modell zaubern, beispielsweise den Abzug französischer Truppen, die während des Siebenjährigen Krieges in Balhorn einquartiert waren, einen Hutewald, in den die Bauern ihre Tiere trieben, den Waschtag an der Spole, das Treiben an der Brauerei.

Und wenn man schon das Balhorner Bier zum Thema mache, sagte sich Playmobil-Sammler Kleinhans, „dann wäre es doch schön, wenn wir auch Balhorner Bier anbieten können“. Über den örtlichen Getränkehändler Mander bekam er den Kontakt zur kleinen Fuldabrücker Landbrauerei, die inzwischen 80 Kisten extra für die Ausstellung gebrautes Bier geliefert hat. In Naumburg wurden spezielle Etiketten hergestellt – etwa 2000 Stück, die noch auf die Flaschen geklebt werden müssen. Das Bier kann man während der Ausstellung genießen, es aber auch dort kistenweise für zuhause kaufen.

Termin der Ausstellung

Am Freitag, 1. Februar, wird Jürgen Kleinhans die Modellwelt im Dorfgemeinschaftshaus mit Unterstützung seiner Frau, seiner Tochter und Freunden aufbauen. Von Sonntag, 3. Februar, bis Donnerstag, 14. Februar, wird die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Kulturverein 2000 veranstaltet wird, täglich geöffnet sein: samstags und sonntags von 14 bis 20 Uhr und wochentags von 18 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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