Bad Emstal

Elisabeth Theiss steigt kurz vor den Wahlen aus der Kommunalpolitik aus

Zeit für etwas Neues: Die Bad Emstalerin Elisabeth Theiss steigt aus der Kommunalpolitik aus.
+
Zeit für etwas Neues: Die Bad Emstalerin Elisabeth Theiss steigt aus der Kommunalpolitik aus.

Sie war eine der schillernden Figuren der vergangenen zwei Dekaden in der Bad Emstaler Kommunalpolitik. Jetzt steigt Elisabeth Theiss aus.

Bad Emstal – Genau genommen ist sie schon raus, denn ihr Mandat im Gemeindeparlament hat die Sprecherin der Bad Emstaler Grünen offiziell bereits zum Jahreswechsel niedergelegt. „In Österreich war es üblich, dass Frauen mit 56 Jahren in Rente gehen“, sagt die studierte Betriebswirtin, der man ihre Herkunft aus Wien noch gut anhört, lachend. „Und das habe ich mir zum Ziel gesetzt“, zumindest, was die Politik angeht.

1999 ist sie mit ihrer Familie ins Eigenheim nach Balhorn übergesiedelt. Ihre Mutter stammt aus dem Dorf, der Ehemann aus Wolfhagen. Und fast so lange mischt die streitbare 56-Jährige auch in der lokalen Politik mit. Von 2006 bis 2011 war Elisabeth Theiss Vorsitzende des hohen Hauses, wie einer ihrer Vorgänger im Amt an der Spitze der Gemeindevertretung das Bad Emstaler Parlament gerne nannte.

Damals war die „Frau Magister“ – auf den in Österreich zum Namen gehörenden akademischen Zusatz legt die freiberufliche Wirtschaftsjournalistin durchaus Wert – noch für die Freien Wähler aktiv. Vor zehn Jahren gründete sie in ihrer neuen Heimatgemeinde die Grünen mit, für die sie bis eben zum jüngsten Silvesterabend die Fraktionschefin war.

Für die Grünen war sie auch Mitglied im Kreistag – mit einer Unterbrechung, die sie im November als Nachrückerin beendete. Ihr Kreistagsmandat gab Theiss zum Jahreswechsel allerdings nicht auf, das werde sie bis zur Wahl im März wahrnehmen, dann aber nicht erneut kandidieren.

Warum der Unterschied zwischen Kreistagsmandat und der Aufgabe im Gemeindeparlament? Stecken letztlich Unstimmigkeiten oder Querelen innerhalb der Grünen in Bad Emstal hinter ihrem Rückzug? Nein sagt sie, „der 31. Dezember ist ein guter Tag, um einen Punkt zu setzen“. Auch wenn er zunächst nur den Termin markiert, an dem sie in ihrer Kommune in den politischen Ruhestand gehe.

„Ich kann mich nicht erinnern, wann wir in unserer Fraktion mal gestritten hätten. Und ich bin ein Mensch, der gerne geht, solange das so ist.“ Sie steige also ganz sicher nicht im Zorn aus, sondern wolle Platz machen für Jüngere, die die Chance haben sollen, die eigene Vorstellung von kommunaler Politik umzusetzen. Allerdings will die Chance offenbar niemand nutzen: Die Grünen, das erwähnt Elisabeth Theiss nicht, treten zur Kommunalwahl im März in Bad Emstal gar nicht mehr an. „Mir ist wichtig, Platz zu machen, damit sich etwas Neues entwickelt“, sagt sie. Was das im Fall der Bad Emstaler Grünen ist, bleibt offen.

„Veränderung ist was unglaublich Wichtiges, etwas Feines, aber die ganzen Sesselkleber verhindern das“, beschreibt sie Erfahrungen aus ihrem direkten politischen Umfeld. „Ich habe Beispiele vor Augen, wo Leute zu lange bleiben.“ Sie wolle jedenfalls nicht dazu gehören. Mitglied der Grünen werde sie bleiben, und auch als Ansprechpartnerin stehe sie gerne zur Verfügung. Elisabeth Theiss deutet einen weiteren Grund für ihren Ausstieg aus der Politik an: „Mein Mann und ich haben für die Zukunft Pläne, da muss man flexibel sein.“ Noch sei nicht die Zeit, darüber zu sprechen. Lachend legt sie nach: „Mal sehen, was die Zukunft noch Schönes, Warmes bringt.“ (Norbert Müller)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.