Bad Emstal will Bundesprogramm anzapfen und hofft auf bis zu vier Millionen Euro

Kursaal in Bad Emstal soll saniert werden

Mit einer guten Portion Hoffnung haben Bad Emstals Gemeindevertreter am Donnerstag einen einstimmigen Beschluss gefasst, der sie zu einer Lösung für den einsturzgefährdeten Thermalbadkomplex führen soll. So soll ein Bundesprogramm angezapft werden, welches die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur unterstützt.

Wie Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD) sagte, stehen die Mittel für Projekte mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung zur Verfügung. Zudem sollen die Vorhaben von hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration in der Kommune sein. Das Parlament folgte einem Änderungs- und einem Begleitantrag von Bündnis 90/Die Grünen. Und so beauftragten die Fraktionen den Gemeindevorstand, einen Förderantrag für die Sanierung und Entwicklung des Kursaals und Thermalbadkomplexes zu stellen und im Falle einer Aufnahme ins Programm, zusammen mit dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung das Projekt zu entwickeln. Der Bundesanteil der Förderung liegt zwischen einer und vier Millionen Euro. Die Kommune müsste sich mit zehn Prozent beteiligen, maximal also mit 400 000 Euro. 

Seit zwei Jahren müssen die Bad Emstaler auf ihren Kursaal verzichten. Der ist, wie der Rest des Thermenkomplexes auch, wegen gravierender baulicher Mängel für Besucher gesperrt. Doch nun sollen Saal, Quellenhof und das Untergeschoss wieder hergerichtet werden. Aus eigener Kraft kann das die Kommune nicht schaffen, dafür fehlt es Bad Emstal an einem entsprechenden finanziellen Polster.

Dennoch hat Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD) – kaum fünf Monate im Amt – nun eine Lösung aus dem Hut gezaubert, für die ihm das Parlament Respekt zollte. So soll ein Förderprogramm genutzt werden, das der Bund im Juni vom Stapel gelassen hatte und dessen Antragsfrist am 19. Dezember ausläuft.

Frankfurth will den Kursaal sanieren. Der ehemalige Quellenhof soll dem Kursaal zugeschlagen werden – als Erweiterung und als Möglichkeit einer Bewirtung. Im unteren Geschoss des Gebäudes soll eine Begegnungsstätte für Senioren und Vereine entstehen. Und auch Platz für einen Jugendraum soll es geben. Einen Planungsentwurf zu diesen Überlegungen gebe es, sagt Frankfurth, er soll in den kommenden Tagen weiter konkretisiert und auch mit Zahlen unterfüttert werden, die den Kostenrahmen bilden.

Bis zu vier Millionen Euro könnten vom Bund für die Gemeinde drin sein. Und in dieses finanzielle Raster müssen auch die Planungen zum Thermalbadkomplex passen. Frankfurth hat dabei die Hoffnung, dass der Abriss des nicht mehr sanierungsfähigen Bades über das Programm mit abgegolten werden kann. Und vielleicht ließe sich auch der Brunnen mit dem Heilwasser wieder in Betrieb nehmen, was die Voraussetzung für den Erhalt des Heilbad-Titels wäre.

Die Projektvorschläge werden nun eingereicht, bis zum 11. Januar können Projektskizzen nachgereicht werden. Spätestens für März rechnet Frankfurth mit einer Antwort.

Rubriklistenbild: © Foto: Herzog/Flugschule Kassel Uwe Knabe

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