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19-jähriger Bad Emstaler gibt Brandstiftung zu

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Von: Norbert Müller

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Flammen am Montag bei Balhorn: Nach dem Holzpolterbrand am frühen Montagabend kamem die Ermittler dem 19-Jährigen dank eines Zeugenhinweises auf die Spur.
Flammen am Montag bei Balhorn: Nach dem Holzpolterbrand am frühen Montagabend kamem die Ermittler dem 19-Jährigen dank eines Zeugenhinweises auf die Spur. © Marco Rittgarn/Feuerwehr Bad Emstal

Erfolg für die Ermittler der Polizeistation Wolfhagen. Am Montagabend nahmen sie einen 19-jährigen Bad Emstaler fest, der inzwischen zugegeben hat, am selben Tag in Balhorn einen Holzpolter in Brand gesteckt zu haben.

Bad Emstal - In den vergangenen Monaten haben immer wieder Brände von aufgeschichteten Holzstämmen an Waldrändern und zum Teil auch im Wald die Feuerwehren in Atem gehalten. Verwertbare Hinweise auf Brandstifter, geschweige denn Festnahmen gab es bislang keine. Bis zum Montagabend.

Einsatz Ende Oktober: Die Bad Emstaler Wehren mussten den Brand einer gerade erst erneuerten Schutzhütte löschen. Der festgenommene 19-Jährige steht im Verdacht, auch hier gezündelt zu haben. Archiv
Einsatz Ende Oktober: Die Bad Emstaler Wehren mussten den Brand einer gerade erst erneuerten Schutzhütte löschen. Der festgenommene 19-Jährige steht im Verdacht, auch hier gezündelt zu haben. Archiv © Feuerwehr Bad Emstal

Gegen 18.25 Uhr wurde der Brand unweit eines Schuppens auf einem Grundstück zwischen der Bundesstraße 450 und dem Balhorner Friedhof festgestellt. Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte laut Bad Emstals Gemeindebrandinspektor Oliver Lenz um 18.37 Uhr. Mit 25 Einsatzkräften rückten die Brandschützer an. Bei deren Eintreffen, so Lenz, standen die Stämme bereits in Vollbrand. Die Feuerwehr löschte den Stapel, der sich gut fünf Meter neben einem Polter aus 40 Festmetern aufgeschichtetem gespaltenem Brennholz befunden habe. „Zum Glück stand der Wind günstig“, sagte der Gemeindebrandinspektor, sodass die Flammen nicht übersprangen.

Deswegen sei der Schaden überschaubar geblieben. Matthais Mänz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Kassel, bezifferte ihn auf mehrere Hundert Euro. Aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung geriet dann der 19-Jährige in dringenden Tatverdacht, so Mänz. Der junge Mann sei unmittelbar vor Ausbruch des Feuers unweit des Tatortes gesehen worden – mit Brandbeschleuniger. „Aufgrund der Verdachtsmomente“, erklärte Mänz, sei der Tatverdächtige noch am Abend von Beamten der Polizeistation Wolfhagen festgenommen worden. Der Polizeisprecher: „Bei der Durchsuchung seiner Sachen wurde Brandbeschleuniger aufgefunden und als mögliches Tatmittel sichergestellt.“

Verdacht auf weitere Brandstiftungen

Während der Vernehmung habe der 19-jährige eingeräumt, den Holzstapel in Balhorn angezündet zu haben. Darüber hinaus sei er aufgrund seiner eigenen Angaben und weiterer Ermittlungen verdächtig, für zwei weitere Brände verantwortlich zu sein. Und zwar: Am 13. Oktober brannte gegen 0.20 Uhr in Edermünde-Besse im Bereich des Kinderspielplatzes ein Büchertauschhäuschen ab. Schaden: 5000 Euro.

Schutzhütte in Flammen

Der zweite Fall: Am 24. Oktober war es gegen 18.20 Uhr am Waldrand nahe der Erzebergstraße in Balhorn zum Brand einer frisch sanierten Schützhütte für Wanderer gekommen, die durch das Feuer zerstört wurde. Dabei entstand ein Schaden von rund 8000 Euro. Auf den Brand der Schutzhütte waren Spaziergänger wegen eines lauten Knalls aufmerksam geworden. Ursache war eine Spraydose, die in den Flammen explodierte. Dort waren die Bad Emstaler Feuerwehren ebenso im Einsatz wie am Samstag in der Nähe des Falkensteins. Am späten Nachmittag brannte dort im Wald ebenfalls ein Holzpolter.

Ungeklärte Brandfälle werden überprüft

Ob der 19-Jährige auch hierfür verantwortlich ist, sei offen, erklärte Karsten Turski, Sprecher der Wolfhager Polizeistation. Es werde gegen den Bad Emstaler weiter ermittelt, und in diesem Zusammenhang werde man sich auch alle ungeklärten Brandfälle der vergangenen Wochen und Monate noch mal genau ansehen. (Norbert Müller)

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