Stefan Frankfurth ist seit Mitte Juli Bürgermeister

Bad Emstaler Rathauschef blickt zurück auf bisherige Amtszeit

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Hat sich an seinem neuen Arbeitsplatz im Rathaus eingerichtet: Stefan Frankfurth ist seit Mitte Juli dieses Jahres als Bürgermeister von Bad Emstal im Amt.   

Vom Unternehmer zum Bürgermeister – für Stefan Frankfurth (SPD) war es kein großer Schritt. Das sagt Bad Emstals neuer Rathauschef über die ersten 100 Tage im Amt.

Im Juli trat er die Nachfolge des Parteilosen Ralf Pfeiffer an. Sein Fazit: „Die Arbeit macht mir richtig viel Freude.“

Der 53-Jährige möchte gestalten, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern in der Verwaltung und zusammen mit den Fraktionen im Parlament. 

Und das am liebsten auf Augenhöhe, sagt Frankfurth, der die ersten Wochen nutzte, um sein Team besser kennenzulernen und sich tiefer in die für Bad Emstal derzeit drängenden Fragen einzuarbeiten. 

Kita-Neubau, Schaffung eines Neubaugebietes, Thermalbadkomplex mit Kursaal – diese Themen stehen ganz oben auf der Agenda. Sie alle werden flankiert von einer ebenfalls bestimmenden Tatsache. Denn nach wie vor ist die Gemeinde finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet.

Frankfurth hat das im Blick. „Bei allem, was wir jetzt tun, ist es mir wichtig, Perspektiven aufzuzeigen und strategisch zu denken.“ Wenn die Kommune im Jahr 2020 unter dem Schutzschirm des Landes hervortreten will, muss sie auch für das kommende Jahr wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. 

„Das werden wir auch schaffen“, aber die Gestaltungsspielräume bleiben eng – ein Umstand, der sich deutlich von seiner früheren Tätigkeit in der Privatwirtschaft unterscheidet. Allein durch die Ablösung der Kassenkredite durch das Land Hessen muss die Kommune nun jährlich 150 000 Euro zusätzlich aufbringen und das bei einer sinkenden Gewerbesteuer und einer höheren Kreisumlage.

Nach mehr als drei Monaten hat auch der Sozialdemokrat für Bad Emstals großen Probleme keine Patentlösungen, aber er hat vieles angeschoben und Bewegung in die eine oder andere Sache gebracht.

Beispiel Kita: Zum neuen Kita-Jahr, das im August 2019, beginnt, müssen 30 weitere Plätze geschaffen werden. „Inzwischen können wir drei Alternativen prüfen.“ Bei Vitos in Merxhausen gebe es Platz im Haus 106 und in der alten Ergo-Therapie. Zudem haben die Grünen eine Modulvariante ins Spiel gebracht. Davon losgelöst werde an den Plänen für den Neubau einer Kita gearbeitet.

Auch in Sachen Therme und Kursaal sieht Frankfurth klarer. „Bislang ging es in den Gutachten immer um die Frage, was alles kaputt ist.“ Jetzt wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, die Aussagen darüber trifft, was es kosten würde, den Kursaal wieder herzurichten. 

Vielleicht sei es möglich, das Dach zu erneuern und sämtliche Brandschutzauflagen zu erfüllen. Und auch bei der Nutzung des Heilwassers hat der 53-Jährige klare Vorstellungen. „Wir werden eine kleine, aber feine Lösung finden, mit der möglichst alle einverstanden sind.“ Investitionen seien jedoch nur dann zielführend, wenn die Kommune nachfolgend nicht für etwaige Defizite aufkommen müsse. 

Stefan Frankfurth ist seit März Bürgermeister von Bad Emstal

Stefan Frankfurth (SPD) wurde am 18. März dieses Jahres mit 54,6 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister von Bad Emstal gewählt. Im Wahlkampf hatte der 53-Jährige betont, als unabhängiger Kandidat anzutreten. Sein Herausforderer war Lothar Freitag von der CDU. 55 Prozent der 4933 Wahlberechtigten hatten sich an der Bürgermeisterwahl beteiligt. Stefan Frankfurth wurde am 13. Juli in sein neues Amt eingeführt. Er übernahm die Geschäfte von Ralf Pfeiffer (parteilos), der zuvor zwölf Jahre lang die Geschicke im Rathaus gelenkt hatte. Pfeiffer hatte aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute und damit dritte Amtszeit verzichtet. 

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