Juniorwahl

Bad Emstaler Schüler haben an der Juniorwahl teilgenommen

Wählen wie die Großen: 250 Schüler der Bad Emstaler Christine-Brückner-Schule haben ihre Erst- und Zweitstimme abgeben. Zur Wahl standen alle Parteien, die auch bei der richtigen Bundestagswahl antreten. Hier (rechts) wirft Emely Siebert gerade ihren Wahlzettel ein.
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Wählen wie die Großen: 250 Schüler der Bad Emstaler Christine-Brückner-Schule haben ihre Erst- und Zweitstimme abgeben. Zur Wahl standen alle Parteien, die auch bei der richtigen Bundestagswahl antreten. Hier (rechts) wirft Emely Siebert gerade ihren Wahlzettel ein.

250 Schüler aus 11 Klassen der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal haben im Rahmen der Juniorwahl ihre Stimme abgegeben.

Bad Emstal – Mit den Worten „Mischt euch ein in die Politik“ hat Bad Emstals Bürgermeister Stefan Frankfurth den Abschlussjahrgang der Christine-Brückner-Schule vor den Sommerferien verabschiedet. Jetzt wurden aus Worten Taten.

Die Juniorwahl ist ein bundesweites Projekt, bei dem die Bundestagswahl in den Schulen nachgestellt wird, sodass die Schüler auch in jungen Jahren praktisch erfahren, was es eigentlich heißt, zu wählen – und was da alles dranhängt.

Beteiligt waren die Jahrgänge sieben bis zehn – das sind insgesamt etwa 250 Schüler aus elf Klassen. Jede Klasse bekam ein Zeitfenster, um in das in der Aula eingerichtete Wahlbüro zu gehen.

„Ich finde es gut, um zu erfahren, was man so wählen kann“

Dort gab es für jeden Schüler je eine Wahlbenachrichtigung und einen Wahlzettel, in den Wahlkabinen wurde das Kreuzchen gesetzt – natürlich geheim, wie bei der regulären Bundestagswahl auch. Danach wurde die Wahlbenachrichtigung bei Mitschülern, die die Wahl beaufsichtigten, abgegeben, und der Wahlzettel in die Wahlurne geworfen.

Schülerin Emely Siebert wirft ihren Wahlzettel ein.

„Ich finde es gut, um zu erfahren, was man so wählen kann“, sagt Zehntklässler Max Wyss, der mit Klassenkamerad Jannis Lokay in den letzten beiden Stunden für die Wahlaufsicht und anschließend für die Auszählung zuständig war. Als Älteste sind sie die nächste Wählergeneration.

Ausgiebige Vorbereitung im Politikunterricht

Die Wahlprogramme und alles, was man sonst über die Bundestagswahl wissen sollte, wie die Verteilung der Sitze zum Beispiel, wurde vorher im Politikunterricht behandelt.

In diesem Jahr ist die Wahl so spannend wie schon lange nicht mehr, findet Schulleiter Ulf Imhof. Umso mehr freut er sich, dass die Juniorwahl in diesem Jahr erstmals an seiner Schule stattfinden konnte. Möglich gemacht hat das unter anderem Bürgermeister Stefan Frankfurth, der die benötigten 250 Euro für das Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt hat, nachdem die Zahl der Schulen, die für das Projekt bezuschusst werden, schon erreicht war.

„Man kann nicht früh genug damit anfangen, ein Politikbewusstsein zu entwickeln“

„Das ist schade, eigentlich sollte jede Schule teilnehmen können“, findet Lehrer Heinz Helge Fach, der das Projekt an die Bad Emstaler Schule geholt hat, nachdem er im Internet darauf gestoßen war. Man müsse die Schüler frühzeitig an Wahlen gewöhnen, findet er.

Engagiert dabei: (hinten von links) Schulleiter Ulf Imhof, Lehrer Heinz Helge Fach, Oberst a.D. Jürgen Damm, Bürgermeister Stefan Frankfurth, (vorne von links) Schüler Jannis Lokay und Max Wyss.

Oft höre man Sätze wie „Ich kann doch sowieso nichts ändern“. „Doch, kann ich“, sagt Jürgen Damm, Oberst a.D. vom Landesverband Hessen des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge, der seit Jahren mit der Schule zusammenarbeitet. „Man kann nicht früh genug damit anfangen, ein Politikbewusstsein zu entwickeln“, so Damm.

Die bundesweiten Ergebnisse können Sonntagabend eingesehen werden

Die Ergebnisse der Juniorwahl werden bundesweit zusammengetragen und sind ab Sonntag, 18 Uhr, online unter juniorwahl.de einsehbar. Bürgermeister Frankfurth ist überzeugt, dass die Politiker auf das Ergebnis der Juniorwahl schauen werden – schließlich sind sie die Wähler von morgen.

Auch an der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule und der Elisabeth-Selbert Schule in Zierenberg standen die vergangenen Wochen ganz im Zeichen der Wahl. Die Walter-Lübcke-Schule nimmt laut Schulleiter Ludger Brinkmann bereits seit Jahren an der Juniorwahl teil – neben der Bundestags- auch an Landes- und Kommunalwahlen.

Kandidaten aus dem Wahlkreis im Gespräch per Video kennengelernt

Die Vorbereitungen liefen im Politikunterricht in den vergangenen Wochen auf Hochtouren. So war es laut Schulleiter Lars Grenzemann auch an der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS). Die Schüler hätten den Wahlomat kennengelernt und das Wahlprozedere parallel zur Bundestagswahl durchgespielt.

In einer Videokonferenz konnten die Schüler außerdem direkt mit den Kandidaten aus dem Wahlkreis 167 ins Gespräch kommen und sich ein persönliches Bild von ihnen machen. Um am offiziellen Programm zur Jugendwahl teilzunehmen, sei die Schule in diesem Jahr zu spät dran gewesen, so Lehrerin Stefanie Kämpfer. Bei der Wahl im Jahr 2017 aber, habe auch die ESS die Möglichkeit genutzt. (Lea-Sophie Mollus)

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