Bäderpfennig wird erhöht: Bad Emstal und Naumburg profitieren

+
Attraktiv für Gäste, nicht ganz billig in der Unterhaltung: Der Bad Emstaler Kurpark. Weil die Pflege dieser Einrichtungen teuer ist, unterstützt das Land Heilkurorte über den so genannten Bäderpfennig. Der soll ab dem kommenden Jahr erhöht werden.

Bad Emstal / Naumburg. Für Ralf Pfeiffer (parteilos) ist die Erhöhung des Bäderpfennigs ab Januar 2016 durch das Land Hessen nicht der große Wurf. Knapp 40.000 Euro wird der Bad Emstaler Rathaus-Chef ab dem kommenden Jahr mehr zur Verfügung haben.

Da kann er sich dann überlegen, ob er mit dem Geld das Defizit in der Unterhaltung des Kurparks reduziert oder es nimmt, um das weitaus größere Loch zu stopfen, das das Thermalbad Jahr für Jahr in die Kasse der verschuldeten Kommune reißt.

Eine Deckungslücke in Höhe von 500.000 bis 600.000 Euro bleibt am Ende eines Thermen-Betriebsjahres offen, für deren Schließung die Gemeinde einen Kredit aufnehmen muss. Insofern nennt Pfeiffer die Mehreinnahmen von nicht ganz 40.000 Euro einen Tropfen auf den heißen Stein.

Der Betrag wurde auf Grundlage der Zahlen aus dem Jahr 2014 modellhaft erreichnet. „Die Infrastruktur ist unmodern und zu alt. Uns fehlt das Geld für eine Renovierung“, sagt der Bürgermeister. Seiner Meinung nach hätte das Land Hessen auf die Bäderkommunen zugehen müssen. Pfeiffers Idee von einen finanziellen Unterstützung sieht anders aus. Er hätte sich gewünscht, dass das Land zum einen die Kommunen bei der Sanierung von Kureinrichtungen mit einem Zuschuss unterstützt. Und zum anderen hält er es für angemessen, dass ein reiches Bundesland wie Hessen, sich anteilig an der Unterhaltung der Kurbetriebe beteiligt. Die gut 6000 Einwohner Bad Emstals würden derzeit die Infrastruktur einer ganzen Region finanzieren.

Fünf Millionen Euro müssten laut Pfeiffer in die Hand genommen werden, um die Therme zu sanieren. Und selbst nach Abschluss der Arbeiten läge der Zuschussbedarf der Einrichtung noch bei 200.000 Euro pro Jahr.

Freude in Naumburg 

Anders als in Bad Emstal freut man sich im Naumburger Rathaus über die Ankündigung, ab dem nächsten Jahr deutlich mehr Geld für Pflege und Unterhalt von Kureinrichtungen vom Land zu erhalten. „Damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Bürgermeister Stefan Hable (CDU). Kurpark, Tourist-Info, zwei Wassertretanlagen in Naumburg und Heimarshausen hält die Stadt vor. Der errechnete Landeszuschuss von knapp 60.000 Euro würde etwa 60 bis 70 Prozent der Kosten auffangen, die im Bereich Kurbetrieb anfielen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.