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Kreis Kassel: Mann baut Szenen aus der Region mit Playmobil-Figuren nach

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Von: Norbert Müller

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Jürgen Kleinhans aus Balhorn (Kreis Kassel) bereitet eine Ausstellung mit Playmobil-Figuren vor. Aus ganz Deutschland kommen Fans der kleinen Plastikfiguren.

Bad Emstal – Bis zur Fantasiewelt sind es nur ein paar Meter. Jürgen Kleinhans hat sich neben seinem Domizil im Bad Emstaler Ortsteil Balhorn (Kreis Kassel) ein großzügiges Gartenhaus gebaut mit gut 30 Quadratmetern Grundfläche. Und dort dreht sich alles um die kleinen Plastikfiguren von Playmobil. Am kommenden Wochenende (24. und 25. September) bestückt er gemeinsam mit Gleichgesinnten aus dem ganzen Bundesgebiet eine Ausstellung mit insgesamt 23 historischen Szenen im Naumburger Haus des Gastes, in denen die kleinen bunten Plastikfiguren die Hauptrolle spielen.

Kleinhans selbst hat sich drei Schwerpunkte gesetzt, die er in drei Dioramen präsentieren wird: die Weibertreue von der Weidelsburg, das Fällen der Donareiche durch Bonifatius nahe Fritzlar und der Abmarsch der heimischen Chatten, um Arminius im Kampf gegen die Römer im Teutoburger Wald beizustehen.

Hier entstehen seine Hauptdarsteller: Jürgen Kleinhans an seinem Arbeitstisch mit Zugriff auf die vielen Accessoires, die für jede Figur passt.
Hier entstehen seine Hauptdarsteller: Jürgen Kleinhans an seinem Arbeitstisch mit Zugriff auf die vielen Accessoires, die für jede Figur passt. © Norbert Müller

Inspiriert hat den 50-Jährigen aus dem Kreis Kassel ein Buch, das ihm seine Schwester geschenkt hat: „Von Hessen und Chatten“ aus der Feder von Stefan Jäger. „Das sind regionale Geschichten. Beim Lesen hat es mich sofort gepackt“, sagt der Balhorner. Hier kann er jetzt zwei Leidenschaften zusammenbringen: „Heimatgeschichte ist mein Ding, genauso wie Playmobil. Ich möchte das auch Kindern näherbringen. Playmobil ist bestens geeignet, um den Kids Geschichte zu vermitteln, und auch bei Erwachsenen Interesse zu wecken.“

Playmobil-Fan aus dem Kreis Kassel: Liebe auf den ersten Blick

Der Einstieg in das Universum der kleinen Plastikfiguren stehe üblicherweise im frühen Kindesalter an. So sei es auch bei ihm selbst gewesen, erinnert sich der Außendienstmitarbeiter einer großen Baustofffirma. „Bei mir hat es mit drei Jahren angefangen. Damals gab es die erste Packung zu Weihnachten. Und es war Liebe auf den ersten Blick.“ Und die hält bei ihm seit mittlerweile 47 Jahren. „Es hat mich damals voll erwischt und nie wieder losgelassen“, sagt Jürgen Kleinhans zu seiner Playmobil-Leidenschaft.

In seinem „Spielzimmer“, wie er sein Playmobil-Reich neben dem Wohnhaus nennt, hat er auch eine kleine Ecke, die etwas von einer Werkstatt hat. Hier baut er die Darsteller für seine Szenerien zusammen, denn die kleinen Plastikmenschen sind sehr variabel. „Ich wusste anfangs natürlich, dass man Kopfbedeckung und Frisur abmachen und anderen Figuren aufsetzen kann.“ Aber erst 2005 habe er dann erfahren, dass man alles tauschen kann, dass man die Figuren komplett zerlegen und wieder neu kombinieren kann.

Kreis Kassel: Balhorner hat 1500 Figuren im eigenen Playmobilreich

Jetzt hat er in seiner gut sortierten Bastelecke eine Kiste nur mit Playmobil-Köpfen, eine nur mit Armen, eine nur mit Beinen und eine nur mit Oberkörpern. Insgesamt, schätzt Kleinhans, habe er vielleicht an die 1500 Figuren in seinem Bestand. Und trotzdem reichen die manchmal nicht. Für Naumburg mangelte es ihm an genügend Germanen.

Viel Platz zum Ausprobieren: Der Balhorner Playmobil-Begeisterte in seinem sogenannten Spielzimmer, wo er gerade an einer Szenerie arbeitet, die die Entstehung von Old Balhorn, einem Dorf in Amerika darstellt.
Viel Platz zum Ausprobieren: Der Balhorner Playmobil-Begeisterte in seinem sogenannten Spielzimmer, wo er gerade an einer Szenerie arbeitet, die die Entstehung von Old Balhorn, einem Dorf in Amerika darstellt. © Norbert Müller

Von den bärtigen Rabauken brauchte er unbedingt eine größere Anzahl, die er sich bei einem Kollegen auslieh. Denn: „Als ich die Geschichten in dem Buch Jägers gelesen hatte, hatte ich schon eine klare Vorstellung, wie ich es gestalten würde“, sagt der 50-Jährige. „Ich habe das jetzt alles grob im Kopf, die Feinarbeiten kommen dann beim Aufbauen am Freitag.“

Kreis Kassel: Ägyptisches Diorama auf 30 Quadratmetern gebaut

Oft habe er seine Dioramen schon probeweise zuhause aufgebaut, „um zu wissen, was ich brauche und mitnehmen muss“. Das ist auch die gängige Praxis. Er spricht von Kollegen, „die bereiten sich akribisch vor. Die brauchen auch ganz genau die Maße der Fläche, die ihnen zur Verfügung steht“, erklärt Jürgen Kleinhans. Er als zuständiger Ausstellungsleiter habe die Fläche im Haus des Gastes in seinem Rechner abgespeichert, „und ich platziere die Dioramen, wie es passt“. Das größte Diorama wird auf bis zu 30 Quadratmetern eine Szene aus Ägypten rund um die Pyramiden im 18. Jahrhundert. Und auch das Dschungelbuch mit dem Affentempel benötige ordentlich Fläche.

Infos zur Playmobilausstellung

Playmobilausstellung mit Verkaufsbörse am Samstag, 24. September, von 10 bis 18 Uhr und Sonntag, 25. September, von 10 Uhr bis 16 Uhr im Naumburger Haus des Gastes. Eintritt Erwachsene: 2,50 Euro, Kinder ab sechs Jahren: ein Euro.

Am Donnerstag dürfen die Aussteller bereits in den Saal und die Tische stellen, auf denen die kleinen Kunstwerke dann platziert werden. „Jeder weiß dann, wo er hinkommt. Am Freitag wird dann von früh bis spät aufgebaut“, beschreibt Jürgen Kleinhans die Abläufe bis zur Öffnung am Samstag um 10 Uhr.

Kreis Kassel: Playmobil-Börse mit neuen und gebrauchten Angeboten

Während der Öffnungszeiten können die Besucher, die vom Förderverein Altstadt Naumburg bewirtet werden, nicht nur die Dioramen bewundern. Neben der Ausstellung gibt es auch eine Börse, bei der knapp 20 Verkäufer aus ganz Deutschland gebrauchte und auch neue, originalverpackte Playmobilware anbieten. Wer noch nicht in die Miniaturwelt der kleinen Plastikfiguren eingestiegen ist, kann dort mit dem Kauf einer ersten Figur den Grundstein legen. (Norbert Müller)

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