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Berufsbilder: Fabio Markert lernt in Balhorn Anlagenmechaniker für Sanitär

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Von: Ursula Neubauer

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Arbeiten im Sanitärbereich: Fabio Markert, Auszubildender bei der Firma Bernhardt für Sanitär, Heizung und Klima, bringt einen Duschsitz in einer Dusche an.
Arbeiten im Sanitärbereich: Fabio Markert, Auszubildender bei der Firma Bernhardt für Sanitär, Heizung und Klima, bringt einen Duschsitz in einer Dusche an. © Ursula Neubauer

Handwerksberufe sind abwechslungsreich und haben Zukunftspotenzial. Junge Azubis im Kreis Kassel stellen ihren Beruf vor. Heute: Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik.

Balhorn – Morgens um sieben ist für Fabio Markert die Welt noch in Ordnung. Da beginnt für den Auszubildenden in der Firma Bernhardt (Haustechnik) in Balhorn der Arbeitstag. Zuerst Besprechung mit den Mitarbeitern in der Firma, Teambildung, Autos aufladen und ab geht’s auf eine Baustelle oder in eine Wohnung.

Normalerweise ist von Montag bis Donnerstag um 16 Uhr Feierabend – und freitags früher, doch es kann schon mal später werden. „Wir haben mehr als genug zu tun“, sagt Friedrich Bernhardt, der zusammen mit seinem Bruder Martin die Firma schon in der dritten Generation leitet. Deshalb ist er froh, in Fabio Markert so einen zuverlässigen Auszubildenden gefunden zu haben.

Der Einzige in seiner Klasse, der sich für eine Ausbildung im Handwerk entschieden hat

Der 18-Jährige aus Elbenberg bereut seine Entscheidung für die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik nicht. Ausschlaggebend war für ihn allerdings auch ein Praktikum, das er während seiner Schulzeit in der Firma Bernhardt absolviert hatte. Dadurch konnte er sich vor Ort ein Bild vom Betrieb machen.

Die Vielfalt der Arbeitsabläufe und das gute Betriebsklima haben ihn sehr angesprochen und so bewarb er sich nach dem Abschluss der Mittleren Reife bei der Firma Bernhardt. Er war übrigens der Einzige in seiner Klasse, der sich für eine Ausbildung im Handwerk entschieden hat.

Das zeige deutlich die Misere der Handwerksbetriebe, sagt sein Chef. „Wir bekommen so gut wie keine vernünftigen Auszubildenden mehr für unsere Firma“, bestätigt Friedrich Bernhardt.

„Die Ausbildung ist sowohl theoretisch als auch praktisch sehr abwechslungsreich und weit umfassend“

Fabio Markert fühlt sich in der Balhorner Firma jedenfalls gut aufgehoben und integriert. Seine Aufgabe ist, bei der Installation oder Sanierung von Sanitär- und Heizungsanlagen im Team mitzuhelfen.

„Die Ausbildung ist sowohl theoretisch als auch praktisch sehr abwechslungsreich und weit umfassend“, sagt Fabio Markert.

Besonders gefällt ihm, dass er angeleitet wird, problemlösend zu und gestalterisch zu arbeiten. „Jeder Arbeitstag ist aufs Neue interessant und man lernt nie aus“, fügt er hinzu.

Der Elbenberger ist im zweiten Lehrjahr. Neben der praktischen Arbeit im Betrieb und dem Unterricht in der Berufsschule absolviert er noch eine überbetriebliche Ausbildung im Bildungszentrum in Kassel.

Die Digitalisierung ist auch in diesem Berufszweig nicht mehr wegzudenken

„Die Anforderungen an einen Anlagenmechaniker sind gerade in letzter Zeit sehr gestiegen“, meint Friedrich Bernhardt. So hat er für seine Mitarbeiter inzwischen etliche Tablets angeschafft, denn die Digitalisierung ist auch in diesem Berufszweig nicht mehr wegzudenken. Außerdem sind gerade hier die Energiekrise und der Klimawandel besonders zu spüren.

Auch Fabio Markert bekommt die vielen Anfragen nach Heizungen mit regenerativer Energie mit. Er ist sich bewusst, dass der Beruf des Anlagenmechanikers für Heizung und Klima eine Schlüsselposition in der Bewältigung der Energiekrise darstellt. Das zieht einen weiteren Aspekt dieses Berufsbildes nach sich: die Beratung.

Muss nicht nur technisch versiert sein, sondern auch beraten können

„Als Anlagenmechaniker muss ich nicht nur technisch versiert sein, sondern auch die Kunden bei der Badgestaltung oder einer effizienten Heizung beraten können“, erklärt Fabio Markert.

Privat wohnt er bei seiner Familie in Elbenberg, wo er aufgewachsen ist. In seiner Freizeit fotografiert er gerne und ist in dem örtlichen Schützen- und Fußballverein aktiv. (Ursula Neubauer)

Fachkräfte gesucht

Bundesweit fehlen derzeit rund 250 000 Fachkräfte im Handwerk. Durch den Personalmangel müssen Auftraggeber Wochen, manchmal monatelang, auf einen Handwerker warten. Viele junge Leute studieren lieber, als einen handwerklichen Beruf zu ergreifen. Die HNA stellt in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Kassel in einer Serie verschiedene Handwerksberufe vor. Informationen gibt es per E-Mail an info@kh-kassel.de. 

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