Dämpfer für Freundschaft

Bruck in Österreich hat Partnerschaft mit Bad Emstal für beendet erklärt

Bad Emstal. Die Partnerschaft zwischen Bad Emstal und Bruck an der Großglocknerstraße ist nach 45 Jahren zerbrochen. Bürgermeister Herbert Burgschwaiger hat die Entscheidung der Gemeindevertreter seinem Kollegen Ralf Pfeiffer in Bad Emstal in einem Brief mitgeteilt.

Für eine persönliche Stellungnahme war er nicht zu erreichen. Zur Begründung heißt es in dem Schreiben: „Leider sind inzwischen viele der führenden Repräsentanten, die besonders zu den Anfängen stark in die Partnerschaft involviert waren, in den Ruhestand getreten und es wurden diese Zusammenkommen mit Berührungspunkten und wechselndem Gedankenaustausch auf kultureller, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene sowie Kontakte zwischen den einzelnen Vereinen und Körperschaften, immer seltener.“

Den Vertretern der Gemeinde Bruck sei die Entscheidung nicht leicht gefallen, sagt Amtsleiterin Christine Höller. Auf keinen Fall solle die Beendigung der Partnerschaft in Bad Emstal als Affront verstanden werden. Die Zeiten hätten sich geändert, die Welt sei übers Internet enger zusammengerückt und man müsse sich nicht mehr auf Reisen begeben, um sich auszutauschen, so Höller.

Ralf Pfeiffer

Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer empfindet es als „sehr schade“, dass die Partnerschaft nun aufgelöst wird, wenngleich er einräumt, in den zwölf Jahren seiner Amtszeit keinmal in Bruck gewesen zu sein. Er habe nur eine Einladung erhalten, und zwar aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft im Jahr 2013. Damals sei er jedoch verhindert gewesen und habe die Reise nicht antreten können.

Allerdings sei es in der Vergangenheit zu regelmäßigen Austauschen zwischen Jugendlichen beider Orte gekommen. An Ostern und im Sommer habe es bis zuletzt Begegnungen gegeben. Und auch über die Pfingsttage, wenn die französischen Freunde aus Les Ponts-de-Cé nach Bad Emstal kommen werden, seien die Österreicher eingeladen.

Grundsätzlich aber könne der Rathauschef die Entscheidung nachvollziehen, „man muss das akzeptieren“. Viele Kommunen hätten Probleme, ihre Partnerschaften nach der Anfangseuphorie der Gründerjahre auch heute noch mit Leben zu füllen. Mit den Partnern in Les Ponts-de-Cé sei der Generationenwechsel zwischen Alt und Jung gelungen, in den Kontakten mit Bruck offenbar nicht. Zwar gebe es auch auf privater Ebene freundschaftliche Verbindungen, die mit gegenseitigen Besuchen lebendig blieben. Pfeiffer hofft, dass es nach der schriftlichen Absage an die Partnerschaft nochmal eine persönliche Begegnung mit einer Delegation aus Bruck geben wird.

Rubriklistenbild: © Archivfotos: privat/nh

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