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Schule feiert 100. Geburtstag von Christine Brückner

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Von: Sascha Hoffmann

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Zum 100. Geburtstag Christine Brückners haben sich die Schüler der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal zwei Tage lang mit dem Leben und Schaffen der Schriftstellerin beschäftigt.
Zum 100. Geburtstag Christine Brückners haben sich die Schüler der Christine-Brückner-Schule zwei Tage lang mit dem Leben und Schaffen der Schriftstellerin beschäftigt. © Sascha Hoffmann

Zum 100. Geburtstag Christine Brückners haben sich die Schüler der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal zwei Tage lang mit dem Leben und Schaffen der Schriftstellerin beschäftigt.

Bad Emstal – Es ist ein klitzekleiner Moment, der für Aufregung sorgt an der Christine-Brückner-Schule in Sand. Kurz vorm Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Namensgeberin Christine Brückner rammt die Drohne von Schüler Leo Bernhardt eine der Außenwände des Schulgebäudes und stürzt ab - und das ausgerechnet, während Schulleiter Ulf Imhof via Durchsage das Startsignal zur Geburtstagssause auf dem Schulhof gibt.

Drei Minuten bleiben laut Ablaufplan noch, um die mit Kamera ausgestattete Drohen wieder in Schuss und in die Luft zu bekommen. Warum das so wichtig ist, wird klar, als sich die Jungen und Mädchen auf ihren Plätzen im Hof postiert haben. Was von unten nicht weiter spektakulär aussieht, wirkt schon von einer Treppe am Rand des Geländes durchaus eindrucksvoll, denn von dort wirkt der wilde Haufen sortiert als riesige 100, einige Meter weiter als überdimensionales Friedenszeichen.

„So haben wir uns das vorgestellt“, freut sich Imhof, der eigentlich schon zum tatsächlichen Geburtstag Christine Brückners am 10. Dezember vergangenen Jahres ein Fest geplant hatte, das der Pandemie zum Opfer gefallen war. Mit etwas Verspätung sind die Jungen und Mädchen nun im Rahmen von zwei Projekttagen eingetaucht in das Leben und Schaffen der Autorin, zu deren bekanntesten Werken Titel wie „Ehe die Spuren verwehen“ (1954), „Mein schwarzes Sofa“ (1981) und „Die Stunde des Rebhuhns“ (1991) zählen. Einige davon sind auf dem Schulhof zu sehen, wo die Grundstufenschüler zeigen, wie das Arbeitszimmer der Schriftstellerin ausgesehen haben könnte. Ältere Schüler zeigen parallel im Eingangsbereich Fotos einzelner Stationen ihres Spaziergangs durch Kassel, bei dem sie tags zuvor bestimmte Punkte besucht haben, die in irgendeiner Form mit dem Leben Brückners zu tun hatten. Andere haben Zitate und Wünsche aufgeschrieben, sich mit Reden beschäftigt oder anderweitig an die Namensgeberin ihrer Schule erinnert.

Christine Brückner war eine deutsche Schriftstellerin, besuchte das Christian Rauch Gymnasium in Bad Arolsen und später die Jakob Grimm Schule in Kassel. Nach dem Luftangriff auf Kassel am 22. Oktober 1943 floh sie nach Zuchow in Pommern. 1944 wurde sie Zweitköchin im Vogelsberg und legte ihr Abitur in Fulda ab. Brückner studierte Volkswirtschaft, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie an der Philipps Universität in Marburg und veröffentlichte 1954 ihren ersten Erfolgsroman „Ehe die Spuren verwe hen“. Brückner starb am 21. Dezember 1996 in Kassel.

Heute wäre sie wohl stolz gewesen auf die Jungen und Mädchen der Emstaler Schule, die mit viel Freude in 27 Projekten das Leben und Schaffen der Schriftstellerin aufgearbeitet haben. Der krönende Abschluss sind nun die zwei gestellten Bilder auf dem Schulhof, die glücklicherweise für immer festgehalten sind. Leo Bernhardt hat seine verunglückte Drohne doch noch rechtzeitig in die Luft bekommen. (Sascha Hoffmann)

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