Entwidmung als Löschteich zieht sich

Zaun um Rieder Teich bleibt bis zum Sommer

Kein Durchkommen: Der gut zwei Meter hohe Bauzaun umschließt auch weiterhin den Teich am Dorfrand von Riede.
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Kein Durchkommen: Der gut zwei Meter hohe Bauzaun umschließt auch weiterhin den Teich am Dorfrand von Riede.

Der Bauzaun um den Rieder Dorfteich steht auch mehr als ein halbes Jahr nach seiner Installation noch, und er wird das Gewässer wohl auch weiter bis zum Sommer einrahmen.

Riede - Dass es noch einige Monate dauern wird bis zum Abbau des Zauns, davon jedenfalls geht Bad Emstals Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD) aus. Rieder, wie Peter Soltau, hatten die Hoffnung, dass sich das Vergattern deutlich früher erledigt haben würde.

Blick zurück: Im Februar vergangenen Jahres war der Bürgermeister von Neuental zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht gab dem Bürgermeister eine Mitschuld am Tod von drei Kindern, die in einem nicht eingezäunten Feuerlöschteich der Gemeinde ertrunken waren. Das war in vielen Kommunen, so auch in Bad Emstal, der Auslöser, ungesicherte Löschteiche einzuzäunen.

In Riede wurde als schnelle Lösung im Sommer ein Bauzaun besorgt, der 2021, so der Plan, durch eine dauerhafte Variante ersetzt werden sollte. Aber gleich nach dem Aufstellen des Provisoriums regte sich Widerspruch, auch von Peter Soltau. Man sah das ökologische Kleinod am Ortseingang verschandelt.

Im vergangenen September war Soltau dann guter Dinge. Der Mann, der den Rieder Dorfteich direkt neben seinem Haus seit Jahren gepachtet hat und ihn mit seinen Arbeitseinsätzen Jahr für Jahr davor bewahrt, völlig von Schilf und anderen Wasserpflanzen vereinnahmt zu werden, war zuversichtlich, dass die Tage des im Juli vom Bauhof aufgestellten mannshohen Zauns gezählt seien.

Setzt sich für eine Entwidmung des Feuerlöschteichs ein: Peter Soltau hat den Teich seit Jahren gepachtet.

Denn gemeinsam mit Bürgermeister Frankfurth war ein Weg gefunden worden, wie man die mannshohe Sperre ohne großen Aufwand wieder loswerden könnte: Man müsste das Gewässer, eher Feuchtbiotop denn See, von seiner offiziellen Einstufung als Feuerlöschteich befreien, was im Übrigen auch für die Gemeinde finanzielle Vorteile hätte: Für die Ertüchtigung des Löschteiches – man müsste die über die Jahre eingetragene Sedimentschicht ausbaggern – und den festen Zaun erwartete die Gemeinde Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro.

Voraussetzung für eine Entwidmung wäre aber, dass die Löschwasserversorgung im Dorf auch ohne Wasser aus dem Teich sichergestellt wäre. Das, so Bürgermeister Frankfurth im September, gelte es noch einmal zu prüfen, obwohl man wisse, „rein rechnerisch ist ausreichend Wasser vorhanden“. Die Wasserleitung im Ort sei erst 2012 aktuellen Anforderungen entsprechend erneuert worden.

In der Folgezeit war dann allerdings wenig Bewegung in der Sache festzustellen. Auf Anfrage beim Bürgermeister war zu erfahren, dass die Untere Wasserbehörde des Kreises und das Brandschutzamt gefordert seien.

Das sieht man beim Landkreis anders. „Unsere Untere Wasserbehörde hat mit der Frage des Zauns nichts mehr zu tun. Wasserrechtlich haben wir nichts zu nörgeln“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn am Donnerstag. „Die Gemeinde kann entwidmen.“ Seit vergangener Woche wisse man das auch, bestätigt der Bürgermeister, „dass wir ihn als Gemeinde selbst entwidmen können“.

Trotzdem werde das noch dauern. Derzeit sei ein neuer Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr in Arbeit. Dieser Plan, der laut dem Verwaltungschef etwa alle zehn Jahre neu formuliert werde, liste alles auf, was die Wehren des Ortes und den Brandschutz betreffe. „Er sollte bis März fertig sein“, sagt der Bürgermeister und könne dann „vermutlich im Sommer“ vom neuen Gemeindeparlament beschlossen werden. Darin werde der Rieder Feuerlöschteich dann nicht mehr aufgeführt und wäre damit beim Inkrafttreten des Plans entwidmet.

Im gültigen Bedarfs- und Entwicklungsplan stehe er aber noch als Löschteich drin. „Vor dem Sommer kommt der Zaun nicht weg“, sagt Bürgermeister Frankfurth. Zusätzliche Kosten verursache das nicht. „Der Zaun ist gekauft. Wir haben befürchtet, dass es kein schneller Vorgang werden wird.“ (Norbert Müller)

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