Nitratwerte sind sensibles Thema

Wasser soll sauber bleiben: Landwirte aus Balhorn lassen sich beim Düngen beraten

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Wenige Tage vor der Ernte: Noch liegt der Feuchtigkeitsgehalt im Roggen bei über 15 Prozent, doch bald kann Landwirt Eckhard Bröske aus Balhorn das Korn ernten. Seine Fläche liegt ebenso wie die weiterer 24 Landwirte Balhorns in der Trinkwasserschutzzone. Die Felder werden seit einigen Jahren überwacht mit dem Ziel, den Nitrateintrag ins Grundwasser zu reduzieren.  

Balhorn. Die Nitratwerte in den Trinkwasserbrunnen Balhorns sind ein sensibles Thema.

Vor allem der Brunnen Im Spieß, der sich in einer Senke im Wald befindet, hätte lange Zeit mit steigenden Werten von mehr als 30 Milligramm pro Liter den Mitarbeitern der Gemeinde Bad Emstal Anlass zur Sorge gegeben, sagt Bauamtsleiter Andreas Bohn. Doch nun sei man dank der Mithilfe der Landwirte auf einem guten Weg.

Ein Großteil der Landwirte, die Flächen um Balhorn und bei Martinhagen bewirtschaften, lassen sich seit 2012 vom Ingenieurbüro Schnittstelle Boden mit Sitz in Ober-Mörlen in Fragen der Düngung mit Stickstoff beraten. 

Das Regierungspräsidium hatte vor dem Hintergrund der Nitratwerte, die zwar erhöht sind, aber unterhalb des Grenzwertes von 50 Milligramm pro Liter liegen, Konsequenzen vonseiten der Gemeinde gefordert, die für das Grundwasser verantwortlich ist. Die Landwirte ließen sich auf das Monitoring und die Beratung der Ingenieure ein. Die Kosten dafür übernimmt die EU.

Dünger soll effizienter eingesetzt werden

Auch Nebenerwerbslandwirt Eckhard Bröske ist dabei. Für den 61-Jährigen aus Balhorn liegen die Vorteile auf der Hand. „Es geht darum, den Dünger effizienter einzusetzen. Ich lerne viel über die Bewirtschaftung meiner Flächen.“ 

Die Empfehlungen des Büros würden oft passen, aber auch nicht immer. Was daran liege, dass beispielsweise Faktoren wie das Wetter Einfluss auf die Stickstoffverwertung der Pflanzen nehmen. Wenn es zu wenig Niederschlag gibt, könne die Pflanze den Dünger nicht so gut verwerten.

Die Experten nehmen zweimal im Jahr Bodenproben – einmal im August/September vor der Aussaat und dann noch einmal im Februar. Die Empfehlungen für die aufzubringende Stickstoffmenge ist abhängig von der Vorfrucht, dem Ertrag und der Frucht, die neu ausgesät werden soll. Eine Rolle spielt auch, ob das Stroh abgefahren wurde, also der in ihm gebundene Stickstoff von den Äckern verschwunden ist oder auf ihnen verblieben.

Zusammenarbeit ist ein Erfolg

Aus all den Daten ermitteln die Ingenieure die Stickstoff-Effizienz – ein Wert, der aussagt, wie viel Stickstoff von der Pflanze umgesetzt wurde, wie viel im Boden steckt und womöglich im Grundwasser landet.

Die Zusammenarbeit der Balhorner Landwirte ist aus Sicht Eckhard Bröskes und Andreas Bohns ein Erfolg: Denn seit dem Projektstart vor sechs Jahren sind die Nitratwerte in den Brunnen nicht mehr gestiegen. Die Entwicklung wurde also gestoppt. Die aktuelle Reduzierung des Stickstoffes werde sich erst in den kommenden Jahren mit niedrigeren Nitratwerten im Grundwasser auswirken, so die Hoffnungen von Andreas Bohn und Eckhard Bröske.

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