Mehr Präsenz auf den Straßen

Verstärkte Kontrollen bei Verkehrssicherheitswoche in Bad Emstal

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Parken ist in diesem Bereich nicht erlaubt: Bad Emstals Bürgermeister Stefan Frankfurth klemmt eine Hinweiskarte an die Scheibe des Autos. Auf dem Parkplatz hinterm Rathaus in Sand dürfen Fahrzeuge nur in den markierten Flächen abgestellt werden.

Mit ihren leuchtend gelben Westen sind die Mitarbeiter vom Ordnungsbehördenbezirk Habichtswald und der Gemeinde Bad Emstal schon von Weitem gut auszumachen.

Das zeigt Wirkung: Am Montagmorgen halten sich fast alle an die Verkehrsregeln, die vor der Kindertagesstätte Spatzennest in Sand gelten.

Das ist aber nicht der Normalfall. Eltern parkten ihre Autos immer wieder im absoluten Halteverbot, um ihre Kinder aussteigen zu lassen und in der Kita abzugeben, einige seien zu schnell, und nicht jedes Kind sei ausreichend im Auto gesichert, sagt Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD), der die Verkehrssicherheitswoche veranlasst hat. Gemeinde, Ordnungsamt und Polizei kontrollieren bis zum Ende der Woche ganz intensiv und in allen Ortsteilen den Verkehr. Die Fritzlarer Straße und die Hauptstraße in Balhorn, die Bahnhofstraße in Sand, die Elbenberger Straße in Riede sowie Klosterweg und Wichdorfer Straße in Merxhausen stehen besonders im Fokus – denn dort werde gern mal beherzt aufs Gas gedrückt.

Selbst die Feuerwehren und der Zweckverband Kommunale Dienste sind eingebunden. Sie testen, ob sie mit ihren großen Fahrzeugen alle Ecken erreichen, die sie erreichen müssen. Mit der Verkehrssicherheitswoche reagiert die Kommune auf Anfragen aus dem Parlament und den offenbar entstandenen Eindruck, der Ordnungsbehördenbezirk sei bei seiner Arbeit zu lax, greife nicht entschlossen genug durch.

Beschilderung wird nachgebessert: Im Ernstfall kommen Rettungsfahrzeuge nicht durch, das Auto parkt die Zufahrt zur Kita Hummelnes t zu. Nun soll ein Schild her.

Alexander Ashauer, Leiter der Behörde, weist den Vorwurf zurück. Einmal pro Woche seien er und seine Kollegen mindestens in Bad Emstal unterwegs, eher häufiger. Vor Kindergärten und Schulen werde in den nächsten Tagen verstärkt kontrolliert. Wer zu schnell fahre oder falsch parke, müsse mit einem Verwarn- oder Bußgeld rechnen. Fast noch wichtiger aber sei es, für das Thema Verkehrssicherheit und das Einhalten der Regeln zu sensibilisieren. So klemmen die Mitarbeiter Hinweiskarten an die Windschutzscheibe, auf denen die Fahrzeughalter auf Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden. Stefan Frankfurth schildert einen Vorfall, den er selbst beobachtet hat und der ihn fassungslos macht: So habe ein Vater seinen Sohn in die Kita Spatzennest gefahren. Das Kind habe dabei auf dem Beifahrersitz gestanden und sich mit den Händen auf dem Armaturenbrett abgestützt.

Derartiges passiert am Montagmorgen nicht. Und auch auf den übrigen Straßen, die Bürgermeister Frankfurth und Marco Berger vom Ordnungsamt inspizieren, ist alles so, wie es sein sollte. Auf der Wolfhager Straße vor der Kita Hummelnest steht niemand im absoluten Halteverbot. Auch vor der Sparkasse ist alles in Ordnung – niemand, der sein Auto neben dem Zebrastreifen auf dem Gehweg parkt, um mal eben Geld abzuheben. Stattdessen werden beide auf ein Problem an der Straße „Auf der Höhe“ aufmerksam gemacht. Dort parkten in letzter Zeit Autos auf beiden Fahrbahnseiten so dicht beieinander, dass größere Fahrzeuge nicht mehr vorbeikämen. Sie versprechen, sich darum zu kümmern.

Sollte sich die Verkehrssicherheitswoche bewähren, könne man sich vorstellen, vergleichbare Aktionen auch in anderen Mitgliedskommunen anzubieten, so Ashauer.

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