„Einfach mal Kind sein dürfen“

Emstaler Verein sucht Paten für die Kinder psychisch kranker Eltern

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Fröhliche Stunden: Wenn Modaser Unternehmungen mit seiner Patin Hania Lazaar macht, rücken die häuslichen Probleme in den Hintergrund und er kann ganz unbeschwert spielen, wie hier auf dem Kasseler Kinderbauernhof.

Der Emstaler Verein sucht wieder Paten für Kinder und Jugendliche, deren Eltern psychisch krank sind.

Die Paten sollen sich mit den Kindern drei Stunden in der Woche individuell beschäftigen. Aktuell wird in Simmershausen, Vellmar, Wolfhagen, Naumburg, Kaufungen und Hofgeismar gesucht. „Generell sprechen wir aber Interessierte im gesamten Landkreis an“, sagt Michaela Rohde, Bereichsleiterin Jugendhilfe des Emstaler Verein. Bedarf könne sich jederzeit ergeben.

„Kinder mit psychisch kranken Elternteilen müssen oft sehr früh Verantwortung übernehmen, deshalb sollen sie bei der Betreuung Kind sein dürfen“, erklärt Rohde den Hintergrund des Projektes. Die Paten seien verlässliche Vertrauenspersonen außerhalb der Familie und könnten ihnen die emotionale Stabilität geben, die manchmal in der eigenen Familien fehle. Außerdem sollen die Eltern entlastet werden und sich in der Zeit ohne Sorgen auf sich selbst konzentrieren. In Krisenzeiten können die Kinder in Absprache mit dem Jugendamt auch für mehr als drei Stunden bei der Patenfamilie bleiben.

Das Projekt gibt es seit 2007. Träger ist der Emstaler Verein, Auftraggeber das Jugendamt. Die Patenkinder sind maximal 16 Jahre und leben bei einem Elternteil mit psychischer Erkrankung.

Voraussetzung für die Übernahme einer Patenschaft ist ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Gibt es eine Anfrage in der Nähe, findet ein Gespräch zwischen potenziellen Paten, Familie und Mitarbeitern statt. Die Vereinsmitarbeiter sind auch nach Übernahme der Patenschaft Ansprechpartner und organisieren Patentreffen. Paten erhalten eine Aufwandsentschädigung von 140 Euro pro Monat, die unter die Übungsleiterpauschale fällt und damit steuerfrei ist.

Die Eltern können die Patenschaft beim Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes beantragen, bei Bewilligung übernimmt das Jugendamt die Kosten.

Kontakt: Michaela Rohde, Bereichsleitung Jugendhilfe des Emstaler Vereins, Telefonnummer 01 63/7 73 98 13 und 0 56 92/9 86 90. Sie beantwortet auch die Fragen betroffener Eltern, die einen Paten für ihr Kind suchen.

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