Vitos Kurhessen stellt ehemalige Ergotherapie über Erbpacht zur Verfügung

Entscheidung ist gefallen: Merxhausen bekommt eine neue Kita

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Aus der ehemaligen Ergotherapie der Vitos Kurhessen in Merxhausen wird eine Kindertagesstätte mit bis zu 80 Plätzen.

Die Bemühungen der Gemeinde Bad Emstal, in den kommenden Monaten eine weitere Kindertagesstätte zu errichten, haben am Donnerstag eine wichtige Hürde genommen.

Die Einrichtung soll in der ehemaligen Ergotherapie der Vitos Kurhessen GmbH entstehen und von der DRK Soziale Einrichtungen GmbH Bad Wildungen gebaut und betrieben werden. Dafür gaben die Gemeindevertreter mit Stimmen von SPD und Bürgerliste grünes Licht. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen enthielt sich.

Die Eigentümerin will das seit einigen Jahren leer stehende Gebäude über eine Erbpacht zur Verfügung stellen. Und an dem Punkt bestand Uneinigkeit zwischen den Fraktionen. Die Grünen hatten daher kurz vor der Sitzung einen Ergänzungsantrag aus der Tasche gezogen, wonach der Erbpachtvertrag direkt mit der Gemeinde abgeschlossen werden möge und nicht mit dem DRK, das in Bad Emstal vor neun Jahren die Trägerschaft für alle Kindertagesstätten übernommen hat. Das lehnten SPD und Bürgerliste jedoch ab.

Fraktionschefin Elisabeth Theiss begründete die Haltung der Grünen mit der Sorge, sich über Jahrzehnte hinweg bei der Betreuung von Kindern in die Abhängigkeit des Trägers zu begeben, sollte ein Vertrag zwischen DRK und Vitos Kurhessen zustande kommen. „Die Bereitstellung von Kita-Plätzen sollte in der Hand der Gemeinde bleiben“, sagte Theiss.

Ob nun das DRK oder die Gemeinde in den Erbpachtvertrag mit Vitos einsteigen, sei abhängig von Förderrichtlinien. Diese Frage werde derzeit mit dem Ministerium geklärt, sagte Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD).

Gestern hat das DRK über den Landkreis Kassel einen Förderantrag beim Regierungspräsidium gestellt. Wie Jürgen Werner, Geschäftsführer der DRK Soziale Einrichtungen GmbH Bad Wildungen, sagte, gehe es bei der Förderung um eine Summe von mindestens 400 000 Euro oder maximal 750 000 Euro. Werner erwartet für Mitte Dezember den Förderbescheid, erst dann hätte er Planungssicherheit.

Nachdem das DRK der Frage, ob der Erbpachtvertrag mit ihm oder der Kommune abgeschlossen wird, zunächst neutral gegenübergestanden habe, habe sich zwischenzeitlich eine klare Priorität ergeben, betont Werner. „Uns ist wichtig, dass wir Vertragspartner werden.“ Das habe auch einen Grund. Würde die Gemeinde Bad Emstal in den langfristigen Vertrag einsteigen, wäre das DRK lediglich die Mieterin der Kita. „Bei jeder Entscheidung, bei jeder Veränderung müssten wir beim Gemeindevorstand um Erlaubnis fragen“, sagt der DRK-Geschäftsführer.

Geplant ist, dass das DRK die Kita baut und finanziert. Etwa 2,5 Millionen Euro müssen in den Umbau der Ergotherapie gesteckt werden. Jürgen Werner rechnet darüber hinaus noch mit etwa 600 000 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen mit Parkplätzen und Spielplätzen. In den Summen enthalten sind die Fördermittel.

Entstehen soll eine neuwertige Kita mit zwei Krippengruppen und drei Gruppen für ältere Kinder. Zwischen 70 bis 80 Mädchen und Jungen könnten dort betreut werden. Von der Ergotherapie würde nur die Hülle bleiben, der Rest würde erneuert. Wenn alles optimal läuft, könnten die Arbeiten im Frühjahr ausgeschrieben werden. Werner rechnet mit einer Bauzeit von zwölf Monaten. Alles Weitere sei abhängig davon, ob es Firmen gibt, die sich zu fairen Bedingungen um den Auftrag bemühen.

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