Verdacht auf Brandstiftung

Erneut Brand in Merxhäuser Vitos-Wohnstätte

Feuer bei Vitos am Schwarzen Weg: Im Bereich des betreuten Wohnens brannte es in einem Badezimmer. Insgesamt waren 77 Einsatzkräfte vor Ort.
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Feuer bei Vitos am Schwarzen Weg: Im Bereich des betreuten Wohnens brannte es in einem Badezimmer. Insgesamt waren 77 Einsatzkräfte vor Ort.

In der Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen am Schwarzen Weg in Merxhausen hat es erneut gebrannt. Und wieder ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

Merxhausen - Gegen 17 Uhr löste am Montag die Brandmeldeanlage der zur Vitos Teilhabe gehörenden Einrichtung Alarm aus. Kurz darauf wurde die Alarmstufe erhöht. Für die Einsatzkräfte, so der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Keven Bickel, galt nun: Brand in Sonderobjekt mit Menschenleben in Gefahr. Damit rückten nicht nur die Wehren aus allen Bad Emstaler Ortsteilen an, sondern auch die Stützpunktwehr aus Wolfhagen mit einer kompletten Löschgruppe und der Drehleiter. Zusätzlich wurden fünf Rettungswagen, zwei Notärzte, der Organisationsleiter Rettungsdienst, der Technische Einsatzleiter und der Einsatzleitwagen des Landkreises von der Kasseler Leitstelle zum Schwarzen Weg beordert.

Beim Eintreffen an der Einsatzstelle, so Bickel weiter, sei aus einem Fenster im dritten Obergeschoss dichter schwarzer Rauch gequollen. Zu diesem Zeitpunkt seien noch nicht alle acht Bewohner des betroffenen Geschosses evakuiert gewesen. „Drei Trupps unter Atemschutz sind dann ins Gebäude rein. Und drei Personen wurden über das Treppenhaus herausgebracht“, sagte Bickel. Parallel dazu habe man die Wasserversorgung aufgebaut, um dann im Badezimmer des oberen Geschosses den Brand eines Regals zu löschen, in dem sich neben Handtüchern auch Spraydosen und Körperpflegemittel befanden.

Die drei aus dem Haus geretteten Bewohner wurden wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung vom Rettungsdienst untersucht, mussten aber anschließend nicht zur weiteren Behandlung in eine Klinik gebracht werden.

Mit mehreren Hochdrucklüftern wurde das Stockwerk rauchfrei gemacht. Nach Einschätzung des stellvertretenden Gemeindebrandinspektors sei die Etage aktuell nicht bewohnbar. Gegen 19.30 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehren beendet.

Die Kripo ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung gegen eine Bewohnerin, wie eine Sprecherin der Polizei in Kassel bestätigte. Sie bezifferte den Schaden im Gebäude auf rund 15 000 Euro.

Zuletzt hatte es in dem Haus der Vitos Teilhabe Ende Juli gebrannt. Wie am Montag war auch im Juli das Badezimmer der oberen Etage betroffen, Handtücher brannten im Regal, unmittelbar daneben stehende Deo- und Haarspraydosen explodierten. Es entstand ein Schaden in Höhe von rund 9000 Euro. Auch im Juli ermittelte die Kripo im Anschluss wegen des Verdachts auf Brandstiftung. (Norbert Müller)

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