„Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder“

Europaweit einzigartige Ausstellung in Merxhausen in Gefahr: Verein fehlt Geld

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Ehemaliger Gutshof des Klosters Merxhausen: Dort möchte der Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal die Dauerausstellung „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“ einrichten. 

Merxhausen. Die europaweit einzigartige Ausstellung „Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder“, die im Klostermuseum Merxhausen dauerhaft eingerichtet werden soll, ist noch lange nicht in trockenen Tüchern.

Es fehlt Geld. Dem Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal fehlen etwa 100.000 Euro, um das Projekt umzusetzen, das ohne Unterstützung zu kippen droht.

„Wir würden gerne Fördermittel beantragen, ohne Eigenkapital geht das aber nicht“, sagt Vereinsvorsitzender Hartwin Neumann. Gerne würde er den Fördertopf des Leader-Programms der EU anzapfen, „wir können aber den Eigenanteil nicht aufbringen“. Die Spenden reichten nicht aus, und die Gemeinde Bad Emstal habe sich bei der finanziellen Unterstützung des Vorhabens bislang zurückgehalten, kritisiert Neumann.

Bürgermeister Ralf Pfeiffer (parteilos) sieht das Problem und würde gerne helfen. Allerdings sei das bei einer verschuldeten Kommune schwierig. Vom Land Hessen werde Bad Emstal in diesem Jahr 600.000 Euro zusätzlich für die kommunale Infrastruktur erhalten. „Vielleicht können wir davon etwas nehmen“, schlägt Pfeiffer vor. Dafür sei die Zustimmung des Parlaments nötig. Der Haupt- und Finanzausschuss behandelt das Thema am 10. Februar.

27.000 Euro hätten Rahmenkonzept und Feinkonzept gekostet. Letzteres werde derzeit von zwei Historikern aus Marburg erstellt, eine erste Version soll in diesem Jahr vorliegen. Über Spenden und mit Hilfe des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sei die Finanzierung gelungen, sagt Neumann. Richtig teuer werde es beim Gestaltungskonzept, in dem es um die detaillierte und authentische Darstellung der 800-jährigen Frauengeschichte gehe. Demnächst will Vitos Kurhessen, der der ehemalige Gutshof mit dem Museum gehört, für 50.000 Euro Elektrik, Wasserleitungen und Brandschutz erneuern.

Hintergrund

„Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder“ - in diesem Spannungsfeld soll sich die Dauerausstellung etablieren, die am Beispiel des Klosters Merxhausen die 800-jährige Geschichte von Frauen erzählen will. Das Kloster beherbergte zwischen den Jahren 1213 und 1974 fast ausschließlich Frauen. Dargestellt werden sollen unter anderem: Klosterphase, Reformation und Hospitalsgründung, die Zeit des Kurfürstentums Hessen, die Psychiatrie ab 1900, Nationalsozialismus und „Euthanasie“ sowie der Übergang zur Modernen Psychiatrie. Für den Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal ist das Kloster ein einmaliger Ort in Europa, der erforscht werden soll.

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