Brandstiftung

Feuer in Behinderten-Einrichtung in Merxhausen

Feuerwehren aus Bad Emstal waren in Merxhausen im Einsatz.
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Feuerwehren aus Bad Emstal waren in Merxhausen im Einsatz.

Die Polizei ermittelt nach einem Feuerwehreinsatz in Merxhausen wegen des Verdachts der versuchten Brandstiftung. Am Sonntag brannte es in einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen.

Merxhausen – In einem Gemeinschaftsbad im dritten Obergeschoss waren nach ersten Ermittlungen in einem Regal Handtücher entzündet worden. Durch das Feuer explodierten in unmittelbarer Nähe stehende Deo- und Haarspraydosen. Eine Mitarbeiterin der Einrichtung im Schwarzen Weg habe schnell reagiert und mit einem Feuerlöscher die Flammen bekämpft.

Nach Angaben des Polizeisprechers sei ein Schaden in Höhe von rund 9000 Euro entstanden. Die Polizei schließe einen technischen Defekt und auch menschliches Versagen in Zusammenhang mit der Entstehung des Feuers aus. Die Ermittlungen dauerten an. „Derzeit ist noch offen, wer es war.“ Eine Evakuierung aller 27 Bewohner des zu Vitos gehörenden Gebäudes sei nicht nötig gewesen.

Die Feuerwehren aus Bad Emstal wurden um 21.16 Uhr informiert, als die Brandmeldeanlage des Gebäudes Alarm schlug. Bei der Ankunft, so Bad Emstals Gemeindebrandinspektor Oliver Lenz, habe man kleinere Explosionen gehört. Daraufhin habe er die Alarmschwelle erhöht.

Drei Bewohner wurden noch im Wohnbereich vermutet

Zusätzlich zu den einzelnen Ortsteilwehren, der Drehleiter aus Wolfhagen und einem Krankenwagen, die üblicherweise beim Anspringen der Brandmeldeanlage in Merxhausen anrücken, seien fünf weitere Rettungswagen, zwei Notärzte, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst und der Brandschutzdezernent des Regierungspräsidiums zur Einsatzstelle gekommen.

Von den neun Bewohnern des dritten Obergeschosses wurden drei noch im Wohnbereich vermutet. Sie seien von Trupps unter Atemschutz gefunden und über den zweiten Rettungsweg nach draußen begleitet worden, so Lenz. Während die drei Personen vom Rettungsdienst ambulant behandelt worden seien, habe ein Trupp die Glutreste im Bad mit Wasser abgelöscht.

Danach wurde das getroffene Geschoss mit Druckluft entraucht. Die Einsatzleitung habe mit dem Leitenden Notarzt entschieden, dass die Etage zunächst nicht bewohnbar sei. Die neun Bewohner mussten die Nacht andernorts untergebracht werden. Für die 77 Einsatzkräfte war gegen 23.50 Uhr Feierabend. (Norbert Müller)

Bei Alarmfahrten immer mit Martinshorn

Für die Bad Emstaler Wehren war der Einsatz am Sonntagabend bereits der 61. in diesem Jahr. Allein in der vergangenen Woche musste sie zweimal aufgrund eines Alarms der Brandmeldeanlage zu Vitos ausrücken. In der Bevölkerung, so GBI Oliver Lenz, höre man zunehmend Kritik, dass die Feuerwehrfahrzeuge auch nachts mit eingeschaltetem Martinshorn fahren. Bei Alarmfahrten sichere aber nur die Kombination von Blaulicht und Horn das Wegerecht.

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