1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Bad Emstal

Bad Emstaler Förderverein sucht neuen Vorstand

Erstellt:

Von: Norbert Müller

Kommentare

Suchen Nachfolger: Fine-Vorsitzende Peggy Zeretzky und ihr Ehemann, der stellvertretender Vereinsvorsitzende Thorsten Sachse auf dem Spielplatz im Kurpark.
Suchen Nachfolger: Fine-Vorsitzende Peggy Zeretzky und ihr Ehemann, der stellvertretender Vereinsvorsitzende Thorsten Sachse auf dem Spielplatz im Kurpark. © Norbert Müller

Fine, der „Familientreff in Emstal“, sieht derzeit einer ungewissen Zukunft entgegen. Die Fördervereinsvorsitzende wird im September nicht wieder kandidieren, eine Nachfolge ist nicht in Sicht.

Bad Emstal – Es ist ein kleines, grünes Paradies für junge Familien am Rande des Bad Emstaler Kurparks: Spielareale gibt’s für Kinder jeden Alters, wobei vor allem der Wasserspielbereich etwas ganz Besonderes ist. Und gleichzeitig haben die Eltern oder Großeltern lauschige Plätzchen, wo sie den Nachwuchs im Blick haben, gleichzeitig aber auch mit anderen Eltern ins Gespräch kommen können.

Dass es den großzügigen Spielplatz gibt, ist dem Förderverein Fine zu verdanken. Aber die Zukunft des Vereins, der hier in den vergangenen gut zehn Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben hat, sieht derzeit nicht gerade rosig aus.

Ruhen lassen oder auflösen

Mitte September steht die Jahreshauptversammlung auf dem Programm, und derzeit ist bereits klar, dass auf jeden Fall die Vorsitzende, Peggy Zeretzky, die seit drei Jahren an der Spitze des Vereins steht, und auch ihr Mann Thorsten Sachse, der den Stellvertreter-Posten innehat, sich nicht mehr zur Wahl stellen. Bei den übrigen Vorstandsmitgliedern gebe es noch kein Bekenntnis zum Weitermachen. Ohne Vorstand aber, sagt die 42-Jährige, werde Fine, was als Abkürzung für „Familientreff in Emstal“ steht, bestenfalls zum ruhenden Verein werden, im schlimmsten Fall könnte es aber auch die Auflösung des bislang so engagierten Fördervereins bedeuten, dem aktuell 30 Familien und drei Einzelpersonen als Mitglieder angehören.

Für die Familien mit Kindern und Jugendlichen wäre das ein herber Schlag, weiß auch Peggy Zeretzky, die den Vorsitz mit Begeisterung führte, das Amt aber künftig nicht mehr weiter bekleiden kann. „Ich bekomme das einfach nicht mehr hin“, sagt sie, denn: „Ich habe mich im Mai beruflich verbessert und habe jetzt mehr Verantwortung.“ Und weniger Zeit für anderes. Klar werden sie und ihr Mann weiter im Verein mitarbeiten, aber eben nicht mehr in der ersten Reihe stehen, nicht mehr in der Position sein, wo man alles im Blick haben und sich kümmern muss. Der Fortbestand von Fine, sagt Zeretzky, sei ihr extrem wichtig, auch weil man seit der Gründung so viel erreicht habe.

Anhaltender Rückenwind

Die Mutter eines inzwischen 13-jährigen Sohnes erinnert sich noch gut an die Anfangszeit. 2010 habe man eine Unterschriftenaktion gestartet, um die Spielplatzsituation im Ort zu verbessern. „Mit den Unterschriften sind wir damals zur Bürgerversammlung marschiert und haben dort unser Anliegen vorgestellt.“ Vom Gemeindevorstand gab es dann einen wertvollen Tipp, der dem Projekt anhaltenden Rückenwind gab: Man solle doch einen Verein gründen, damit habe man gute Aussichten auf Fördergeld.

Und so kam es dann auch. „Das war so eigentlich gar nicht beabsichtigt“, sagt Peggy Zeretzky, „aber um die Sache mit dem Spielplatz voranzutreiben, haben wir den Verein gegründet“. Mit der örtlichen Garten- und Landschaftsarchitektin Barbara Sörries-Herrnkind habe man einen Plan für ein Spielgelände im Bereich des Kurparks erstellt und sich bei einem Wettbewerb beworben.

Spielplatzprojekt im Kurpark

Mit dem ersten Preis fuhr Fine dann gleich 15 000 Euro ein, sagt die Noch-Vorsitzende. Und auch in der Folge war der Verein beim Einwerben von Fördergeld für das Spielplatzprojekt im Kurpark erfolgreich. Auch sonst waren die Vereinsmitglieder rege: Bei jeder sich bietenden Festivität in Bad Emstal sammelte Fine mit dem Verkauf von Kaffee und Kuchen Geld fürs Vereinskonto. 2014 ging dann der erste Teilbereich des neuen Spielplatzes in Betrieb, der zweite Abschnitt mit dem Wasserbereich folgte zwei Jahre später.

Neben dem Geld investierten die Vereinsmitglieder jede Menge Eigenleistung. Die Aufbauarbeiten, später dann auch die regelmäßigen Pflegeeinsätze, hatten immer auch den Charakter von Familienfesten, weil man mit Kind und Kegel an den Start ging. „Dabei haben sich auch viele Freundschaften entwickelt.“

„Es ist immer was los hier“

Der Einsatz habe sich gelohnt, sagt Peggy Zeretzky: „Es ist immer was los hier. Das ist total schön, das haben wir am Anfang in Bad Emstal total vermisst.“

Inzwischen hat der Verein auf der anderen Seite des Ortsteils Sand, am Jugendraum, einen Platz für die geschaffen, die aus dem Alter für den Spielplatz im Park herausgewachsen sind. Für 20 000 Euro und mit viel Einsatz der Mitglieder wurde eine sogenannte Pumptrack-Bahn geschaffen, eine Wellenpiste für Skater und jungen Radakrobaten, eine überdachte Jugendbank als Alternative fürs Bushäuschen wurde installiert, die Sanitäranlage des Jugendraums saniert, und Internetzugang gibt es dort auch.

Fast 40 000 Euro hat sich Fine das dort alles zusammengerechnet kosten lassen. Das Geld stammt wieder überwiegend aus Fördertöpfen.

Kontaktaufnahme bei Kurhessenparty

Die Erfolgsgeschichte sollte auf jeden Fall weitergeschrieben werden, wünscht sich die scheidende Vorsitzende. Vielleicht finden sich ja neue junge Familien mit kleinen Kindern, die im Verein Mitglied werden und auch Verantwortung übernehmen. Bei der nächsten Kurhessenparty in Bad Emstal wird Fine wieder die Kinderbespaßung am Familientag (4. September) übernehmen. Dann, sagt die 42-Jährige, sei für Interessierte eine gute Gelegenheit, mit den Vereinsmitgliedern ins Gespräch zu kommen.

Die Jahreshauptversammlung steht am 16. September im Kalender. Um 19 Uhr geht es in der Emstaler Höhe los. Dann wird sich spätestens bei den Vorstandswahlen zeigen, wie sehr die Zukunft des über die vergangene Dekade so erfolgreichen Vereins tatsächlich auf der Kippe steht. (Norbert Müller)

Auch interessant

Kommentare