Geschichte berührend dargestellt

Ministerin Dorn zeichnet in Merxhausen das Museum des Monats aus

Mit Landgraf Philipp im Rücken: Vereinsvorsitzender Joachim Hübner (links) führte die hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (rechts), durch die Räume des Klostermuseums. In der Mitte von links Vize-Landrat Andreas Siebert, Bürgermeister Stefan Frankfurth und Ehrenbürger Winfried Wehnes. Der Landgraf machte aus dem Kloster im 16. Jahrhundert ein Hospital für bedürftige Frauen.
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Mit Landgraf Philipp im Rücken: Vereinsvorsitzender Joachim Hübner (links) führte die hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (rechts), durch die Räume des Klostermuseums. In der Mitte von links Vize-Landrat Andreas Siebert, Bürgermeister Stefan Frankfurth und Ehrenbürger Winfried Wehnes. Der Landgraf machte aus dem Kloster im 16. Jahrhundert ein Hospital für bedürftige Frauen.

Das Klostermuseum in Merxhausen, in dem die 800-jährige Geschichte des Klosters am Beispiel von Frauen erzählt wird, wurde im August zum „Museum des Monats“ gekürt.

Merxhausen - Es war ihr ein Vergnügen, nach Merxhausen zu kommen, daran ließ die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen) keinen Zweifel. Denn die Übergabe der Urkunde für das „Museum des Monats“, die für die ausgezeichnete Einrichtung zudem mit einer Zuwendung in Höhe von 1000 Euro verbunden ist, zähle zu ihren Lieblingsterminen, erklärte sie beim Besuch des Bad Emstaler Ortsteil.

Im Klostermuseum nahm der Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins, Joachim Hübner, die Urkunde im Beisein einer kleinen Gästeschar entgegen und führte die Ministerin durch die Räume des Museums, in denen es vor allem um Frauenschicksale geht: Von der Gründung des Klosters durch Augustinerinnen im 13. Jahrhundert, der Umwidmung zu einem Hospital durch Landgraf Philipp nach der Reformation und später zu einer Pflegeanstalt für Frauen werden mehr als 800 Jahre Geschichte in den klar strukturierten Abteilungen sehr informativ dargestellt und durch spezielle Hörstationen unterstützt.

„Geschichte anschaulich zu vermitteln heißt auch, Geschichten zu erzählen. Das ist den Ehrenamtlichen im Klostermuseum hervorragend gelungen“, lobte die Ministerin. „Wir lernen hier Frauen aus verschiedenen Epochen und sozialen Schichten kennen, können ihre Lebensumstände nachvollziehen und erfahren auch, welches Unrecht ihnen widerfahren ist – etwa als psychisch Kranken in der zeit des Nationalsozialismus.“

Vorsitzender Hübner berichtete der Ministerin bei einem Rundgang durch die Räume vom Anspruch, ein lebendiges Museum sein zu wollen. Mit verschiedenen Formaten versuche man das Interesse der Leute aus der Gemeinde, aber auch aus der Region zu wecken. Dazu zähle das Erzählcafé, wo es auch schon um Themen wie die Krankenpflegeschule und die Psychiatriereform ging. Wissenschaftliche Vorträge mit renommierten überregionalen Referenten gehören ebenso zum Programm wie kulturelle Veranstaltungen und Führungen auf dem Gelände der Klinik. Auf 870 Besucher sei man im vergangenen Jahr gekommen.

Das Museum und die Programmgestaltung, betonte Hübner, sei eine Gemeinschaftsleistung des „paritätisch besetzten Vorstandes“. Allein beim Umbau der Räumlichkeiten habe man 2600 Arbeitsstunden geleistet. „Ohne dieses Engagement wäre es nicht gegangen.“

Ministerin Dorn ließ keinen Zweifel, dass die Wahl auf das richtige Museum gefallen sei: „Ich bin sehr beeindruckt. Es ist unglaublich faszinierend, wie in diesen schlichten Räumen alles so eindrücklich wirkt, wie es gelungen ist, die vielen Etappen der Entwicklung, die Geschichte über viele Jahrhunderte, so anschaulich und emotional berührend darzustellen.“

Die politische und historische Bildung sei in den heutigen Zeiten besonders wichtig, betonte die Ministerin. „Da braucht es solche Anker wie diesen hier“, sagte sie mit Blick aufs Museum.

Von Norbert Müller

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