Mit Elan und Spaß: Grundschüler bei den Waldjugendspielen in Bad Emstal

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120 Liter Wasser schöpfen schlaucht: Zur Belohnung durften die Grundschüler die Tonne lautstark umkippen. Unser Bild zeigt außerdem Förster und Waldpädagoge Rainer Weishaar (hinten) und Christoph Germeroth, beide vom Forstamt Wolfhagen.

Bad Emstal. Bei den meisten Wettbewerben geht es ums Gewinnen. Doch bei den Waldjugendspielen standen Spaß und gemeinsames Lernen im Vordergrund.

85 Dritt- und Viertklässler der Grundschulen Balhorn, Sand und Naumburg konnten bei den 14. Waldjugendspielen gruppenweise an acht Stationen begeistert ihren Entdecker- und Teamgeist ausleben.

Voller Elan gingen die Kinder auf dem Waldparcours ans Werk, den Rainer Weishaar (55), Förster und Waldpädagoge von Hessen-Forst, Forstamt Wolfhagen, vorbereitet hatte und der von Förstern, Jägern, Natur- und Ameisenschützern, Eltern und Lehrern mit Leben gefüllt wurde.

Auf die Plätze, fertig, los

Zum Beispiel an Station zwei, „Wasser am Feuerlöschteich“: „Wofür brauchen wir täglich Wasser?“, fragte Christoph Germeroth (19) FöJ-Absolvent (Freiwilliges ökologisches Jahr) am Forstamt Wolfhagen, während sich die Kinder um ihn scharten. Sie zählten alltägliches wie Waschen, Duschen und Putzen auf. „Und wie kann man Wasser sparen?“ Beim Händewaschen, mit kürzerem Toilettenspülen oder mit kurzen Duschen.

Dann war anpacken gefragt: Gemeinsam schippten die Kinder 120 Liter Wasser aus einem Feuerlöschteich in eine Regentonne. Natürlich auf Zeit. Als die Tonne endlich voll und einige Kinder nass waren, hieß es: Wasser marsch! Unter Jubel kippten sie die Tonne um.

Ziel der Übung: Ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Wasser eine Person in Deutschland im Schnitt täglich verbraucht. „Das ist ganz schön viel“, staunten sie.

Ameisen und Co.

Mit einer Landkarte suchten sie gemeinsam die Wege zu den nächsten Stationen und übten, sich zu orientieren. Jede Gruppe hatte natürlich eine Aufsicht dabei, Lehrer oder Eltern, die sich aber im Hintergrund halten sollten. „Die Kinder sollen lernen, im Team zu arbeiten“, so Weishaar. 

Erde im Gleichgewicht: Till Schlosser (hinten links) von der Energieagentur des Landkreises Kassel „Energie 2000“ veranschaulichte den Kindern, wie sensibel die Erde ist.

An den Stationen lernten die Kinder noch viele andere interessante Dinge: Zum Beispiel, welche Tiere in unseren Wäldern heimisch sind und wie sie leben (Station fünf: Wildtiere und Jäger mit Cornelia Döring und Gerd Wieners).

Oder wie Ameisen ihren Tag verbringen (Station eins: „Ameisen am Waldrand“ mit Klaus-Bernd Nickel von der Ameisenschutzwarte Hessen). Punkte konnten sie sich mit Geschick, Schnelligkeit und gelerntem Wissen verdienen.

„Plätze sind zweitrangig“

Rainer Weishaar war zufrieden: „Es macht den Kindern einen Heidenspaß, und sie lernen, die Natur zu schätzen“. „Man sieht, mit wie viel Elan die Kinder bei der Sache sind“, ergänzte Klaus Sprafke (44) vom Staatlichen Schulamt Kassel. Die Schüler der Grundschule Balhorn sammelten die meisten Punkte und gewannen den Wanderpreis, einen geschnitzten Frischling. „Aber“, betonte Weishaar, „die Plätze sind zweitrangig, gewonnen haben alle“.

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