Hobbywissenschaftler besuchten Naturfreundehaus in Bad Emstal

Pilzreiche Gegend: Bertold Schmidt (Naturfreunde Bad Emstal) hält in seinen Händen einen Parasol, eine Marone und einen Champignon. Vor ihm funkelt ein roter Fliegenpilz. Foto: Uminski

Bad Emstal. Es ist fast schon eine Tradition, dass die biologische Gesellschaft für das rheinisch-, westfälische Industriegebiet zu Besuch bei den Naturfreunden in Bad Emstal ist. Zum 13. Mal kamen Hobbywissenschaftler und Fachleute aus dem Ruhrgebiet nach Nordhessen.

Mit den Naturfreunden in Bad Emstal haben sie ein gemeinsames Ziel: sie suchen nach neuen und besonderen Pilzarten in den heimischen Wäldern. Auch dieses Jahr sind 26 Teilnehmer bei der 13. Pilz-Exkursion in Bad Emstal fündig geworden.

Insgesamt wurden 195 alte und neue Arten gefunden, bestimmt und dokumentiert. „Highlights waren eine grüne Erdzunge und eine Zungen-Kernkeule, die auf einem Hirschtrüffel wuchs“, sagt Diplomökologe Dr. Frank Saßmannshausen aus Kreuztal (bei Siegen in NRW).

Bisher 400 Arten gefunden 

Seit 1995 haben die Naturliebhaber aus dem Ruhrgebiet und Bad Emstal knapp 400 Pilzarten gefunden. Die Ausbeute hänge von der Witterung ab und wann man bei den Naturfreunden sei, so Saßmannshausen. „In diesem Jahr war die große Pilzsaison schon vorbei.“

Unterwegs waren die Pilzfreunde am Emser Berg, der Altenburg, dem Klauskopf bei Riede und in den Wäldern beim Grenzstein-Pfad. Für die pilzreiche Gegend seien vor allen die geologischen Bedingungen verantwortlich. „In Bad Emstal finden wir aufgrund des Vulkangesteins sehr vielfältige Pilze.“

Das habe man im Ruhrgebiet nicht, so der Diplomökologe. „Bei uns sind die Luft und der Boden sehr verschmutzt.“ Die Folge: es wachsen kaum Pilze.

Kistenweise Literatur

Für die Bestimmung der Pilzarten brachten die Gäste aus dem Ruhrgebiet Computer und eine Kiste voller Literatur zum Thema Pilze mit. „Die Bestimmung ist schwierig“, sagt Bertold Schmidt, Ehrenvorsitzender der Naturfreunde Bad Emstal. Vom Experten gabs denn auch gleich noch einen Tipp: „Wenn die Pilze unter dem Schirm Röhrchen haben, sind die genießbar. Von Pilzen mit Lamellen sollte man die Hände lassen.“

Großes Artenaufkommen 

Für Schmidt sei es interessant, dass in unserer Heimat ein so großes Artenaufkommen von Pilzen ist. „Das zeigt, dass die Umwelt noch in Ordnung ist.“ (pju)

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