300 protestierten in Bad Emstal gegen Suedlink

Bad Emstal. Hunderte Menschen haben auf Demonstrationen gegen die auch durch Hessen geplante Stromtrasse Suedlink protestiert.

„Keinen Suedlink braucht das Land.“ Dieses Lied nach der Melodie der bekannten Volksweise „Alle Vögel sind schon da“ stimmten am Freitagabend gemeinsam die über 300 Menschen an, die zur Protestveranstaltung gegen die geplante Stromtrasse nach Bad Emstal gekommen waren.

Sie demonstrierten gegen den Bau der geplanten Mammut-Trasse durch ihre Heimatregion. Aufgerufen zu dieser Protestveranstaltung hatten die Bürgerinitiativen „Nein zu Suedlink“ aus Bad Emstal, Schauenburg, Habichtswald, Baunatal und Wolfhager Land, wobei diese auch Unterstützung fanden von Gleichgesinnten aus vielen Wolfhager Altkreiskommunen und den Nachbarregionen Fritzlar und Homberg.

Der Bad Emstaler Bürgermeister Ralf Pfeiffer als einer der Mitinitiatoren, der seinen Suedlink-Widerstand nicht nur in seiner Rede, sondern auch mit einem umgehängten Protestplakat deutlich machte, sagte zum Widerstand der Bürger: „Wir wollen diese Masten-Trasse nicht, auch nicht die dafür ins Gespräch gebrachte Erdverkabelung.“

Pfeiffer begrüßte die Gründung von Bürgerinitiativen (BI) in seiner Heimatgemeinde und in den umliegenden Kommunen, „die nicht locker lassen werden, die betroffenen Menschen zu sensibilisieren, dass dieses Projekt noch lange nicht durch ist und so auch nicht durchgesetzt werden kann.“ Diese Aussage bekräftigten in ihren Reden auch Veronika Papenhagen-Stannick von der Bürgerinitiative (BI) Bad Emstal, Erdmuth Höff (BI Schauenburg) und Bernd Herbold (Homberg), einer der drei Vorsitzenden der aus 21 Bürgerinitiativen bestehenden BI Hessen. Herbold: „In Nord- und Osthessen haben bisher 50.000 Menschen mit ihrer Unterschrift ihr klares Nein zu Suedlink zum Ausdruck gebracht, das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange.“

Artikel aktualisiert um 12 Uhr

Aufgefordert wurden die Teilnehmer in Bad Emstal auch, eine vorgedruckte Protestpostkarte zu unterschreiben, die an die Privatadresse des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel in Goslar geschickt wird. Gabriel wird in den nächsten Tagen weit über 1000 dieser Karten aus der hiesigen Region in seinem Briefkasten finden.

Welche stählerne Mammutmasten für die Stromnetztrasse Suedlink mit einer Höhe von 65 Metern in die Landschaft gesetzt werden sollen, versuchten die in Bad Emstal verantwortlichen Bürgerinitiativen anschaulich mit einer Traube aus Luftballons zu demonstrieren, wobei man diese aber nur 35 Meter hoch in die Luft steigen ließ. Die Ballons waren jedoch nicht die einzigen Himmelsstürmer an diesem Abend, überflogen passend zum Thema Umweltschutz auch mehrere Kranichschwärme die Protestveranstaltung.

Protest in Bad Emstal gegen Suedlink

Protest auch in Fulda

In Fulda gingen nach Polizeiangaben bis zu 250 Menschen auf die Straße. Die Bürgerinitiative Fuldatal hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Wie auch in Bad Emstal sei die Demonstration ohne Zwischenfälle verlaufen, sagte die Polizei. (zih/lhe)

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