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In der Bad Emstaler Alten Post ist man weiter Corona auf der Spur

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Von: Norbert Müller

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Bietet weiter die Möglichkeit zum Testen: Anne Kassat vor dem Testzentrum in Bad Emstal
Bietet weiter die Möglichkeit zum Testen: Anne Kassat vor dem Testzentrum in Bad Emstal © Norbert Müller

Das Testzentrum ist das einzige im Altkreis, das auch PCR-Tests im Angebot hat.

Bad Emstal – Für kurze Zeit sah es so aus, als würde Apothekerin Anna Kassat ihr privates Corona-Testzentrum in Bad Emstals nach mehr als einjährigem Betrieb – wie viele andere Betreiber auch – dichtmachen. Inzwischen hat sich die 27-Jährige mit ihrem Team neu sortiert und PCR-Tests in den Mittelpunkt gestellt. An vier Tagen in der Woche steht das private Testzentrum nun in der Alten Post neben dem Rathaus in Sand für Tests zur Verfügung.

Anne Kassat sagt, die neue Testverordnung komme zu einer unpassenden Zeit. Im Mai seien die Zahlen zwar runtergegangen. Inzwischen aber häuften sich die Corona-Infektionen wieder. Testzentren gibt es aber nur noch wenige. Die meisten haben angesichts der neuen Testverordnung aufgegeben.

Hauptgrund: Künftig sind bis auf Ausnahmefälle Zuzahlungen für einen Schnelltest fällig. Da sei ein gravierendes Nachlassen des Interesses an Testungen zu erwarten. Auch Anne Kassat hatte zwischenzeitlich, als unklar war, wie die Vergütung geregelt werden würde, den Entschluss zur Schließung gefasst. Am 1. Juli war Schicht. Nachdem sich dann aber die Kassenärztliche Vereinigung und das Gesundheitsministerium geeinigt hatten, wie es finanziell weiter geht, öffnete das Testzentrum am 5. Juli wieder. Den Schwerpunkt legte Kassat nun auf PCR-Tests, also Labortests.

Die werden nun ausschließlich nach vorheriger Terminvergabe vorgenommen. Gleich am ersten Tag kamen 40 Personen zum Testen, sagt die Apothekerin. Und weil auch weiter Bürgertests, also die üblichen Schnelltests, nachgefragt werden, bietet das Testzentrum an den Öffnungstagen nach den PCR-Terminen jeweils eine Stunde für die einfachen Tests an. Im Wolfhager Land, bestätigt Landkreis-Sprecher Harald Kühlborn, sei das Bad Emstaler Testzentrum „die einzige bei uns gemeldete PCR-Teststelle“. Dazu komme noch die Hausarztpraxis Waldeck-Wolfhager Land mit ihren unterschiedlichen Standorten. Im Altkreis Kassel seien drei Stellen bekannt, im Kreisteil Hofgeismar zwei, so Kühlborn.

„Ich habe mich moralisch dazu verpflichtet gefühlt, das Testzentrum offen zu halten“, sagt Anne Kassat. Um Geld zu verdienen, mache sie es nicht. Zwar sei auch das Bad Emstaler Testzentrum zwischenzeitlich durchaus einträglich gewesen, inzwischen würde sich der Betrieb aber „finanziell und wegen des hohen bürokratischen Aufwands nicht lohnen“. Man wolle einfach auf dem Land den Leuten weiter eine Möglichkeit zum Testen bieten.

Zwölf Leute sind im Team, jeweils zwei bis drei haben an den Testtagen Dienst. Montags stehen von 14 bis 16 Uhr PCR-Tests auf dem Programm, mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr. Danach ist jeweils eine Stunde für Bürgertests eingeplant. Am Sonntag ist von 11 bis 13 Uhr PCR-Test-Zeit und dann im Anschluss eine Stunde für die Bürgertests.

PCR-Tests auf Staatskosten erhalten unter anderem all jene mit Zertifikat einer anderen Teststelle oder mit Foto des eigenen positiven Schnelltests. Außerdem bei einem positivem PCR-Befund einer Kontaktperson, bei der Aufnahme in eine medizinische Einrichtung, die einen negativen PCR-Test verlangt. Ansonsten sind 80 Euro zu zahlen.

Schnelltests sind kostenlos für Kinder bis fünf Jahren, Personen, die sich nicht impfen lassen können, bei Freitestungen und Besuchern oder Bewohnern medizinischer Einrichtungen sowie pflegenden Angehörigen.

Drei Euro kostet der Schnelltest für Personen über 60 Jahre, Personen mit Vorerkrankungen und Menschen, die eine Veranstaltung im Innenraum besuchen oder Kontakt zu einer Person über 60 haben sowie Personen, die eine Warnung über ihre Corona-Warnapp erhalten haben. Ansonsten kosten Bürgertests zehn Euro.

Termine für einen Test kann man telefonisch vereinbaren unter 0157/34407312 oder auch per E-Mail an info@testzentrum-bademstal.de. (Norbert Müller)

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