Mit Schwung am großen Kontrabass

Instrumente und Theater an Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal

+
Instrumente ausprobieren vor dem Theaterstück: Lotte Riedel (links) und Mila Götze testen den Kontrabass. Beim Theaterstück sehen die Kinder der Christine-Brückner-Schule die Neunte Sinfonie der Tiere. 

Behutsam setzt die siebenjährige Mila Götze den Bogen auf die Saite des großen Kontrabasses. Ein prüfender Blick, ein Schwung, Töne erklingen. Sie lernt mit ihren Mitschülern der ersten bis sechsten Klasse spielerisch die Instrumente eines Sinfonieorchesters und Beethovens Musik kennen.

Das Konstanzer Nimmerland- Theater ist in der Turnhalle der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal zu Besuch. An verschiedenen Stationen sind Instrumente aufgebaut. Ein Schauspieler zeigt sie den Kindern. Nach der Instrumentenschau beginnt ein Theaterstück. Die Neunte Sinfonie der Tiere in Anlehnung an Beethovens Meisterwerk führt eine Schauspielerin alleine vor.

Vor der Aufführung versucht sich auch Manuel Rozko (10) am Kontrabass. Das Fazit des Viertklässlers: „Das war cool, weil ich es vorher noch nie ausprobiert habe.“ Zum Erlernen wäre ihm der Kontrabass aber zu groß.

Aufgeregt und interessiert wirken die meisten Kinder angesichts der Abwechslung in ihrem Alltag. „Da kann man sich vom Lernen beruhigen und mal was anderes in der Schule machen“, sagt Mila Götze.

Sie ist bei der Instrumentenschau für eine Station zuständig und sagt selbstbewusst: „Ich bin Chefin von der Trompete.“ In das Instrument wurde sie eingewiesen, noch spielt sie es nicht. „Klavierspielen ist mein eigentliches Hobby.“ Aber die Zweitklässlerin ist zuversichtlich: „Jetzt habe ich die Trompete ein bisschen gelernt, vielleicht wird das ja auch mal mein Hobby.“ Sie spielt schon Gitarre und Klavier, jetzt kann sie Geige und Querflöte ausprobieren. Lotte Riedel (9) sagt über die Querflöte: „Sie ist zwar schwer zu spielen, aber hat einen schönen Klang.“ Sie freut sich besonders auf das Theaterstück, das gleich beginnt: „Ich bin aufgeregt, weil ich mich auch gern in andere Rollen versetze.“ Der Aufbau der Kulissen ist abgeschlossen, Schauspielerin und Opernsängerin Andrea Feuchtenberger wartet bereits dahinter. Sie spielte alle Rollen. Ein bis drei Wochen am Stück tourt sie mit Claus Lozek durch deutsche Schulen. Der ist ebenfalls Schauspieler und hat heute die Instrumentenschau übernommen. „Dieses Stück wird sehr gut angenommen“, fasst Lozek zusammen.

Von dem Konzept konnten sie auch Musiklehrerin Judith Reiting und ihre Kollegen überzeugen. Denn an nur einem Vormittag können die Schüler ihr Wissen zu Instrumenten und klassischer Musik vertiefen – beides Teil des Lehrplans, aber besser verständlich. „Ein Live-Theaterstück ist mal eine ganz andere Herangehensweise, als mit Buch und CD zu arbeiten“, sagt Reiting.

Lehrreich und sozial sei auch, dass die Kinder aller Altersgruppen zusammen ein Theaterstück ansehen können, sagt Reiting. Die Instrumentenschau solle motivieren, vielleicht selbst ein neues Instrument zu erlernen.

Außerdem kommt in der Neunten Sinfonie der Tiere die Europa-Hymne Freude schöner Götterfunken vor. In der Nachbereitung möchten die Musiklehrer die Hymne zum Anlass nehmen, um mit den Kindern wie nebenbei über die Europawahl zu sprechen.

Hintergrund Instrumentenschau

Selbstständig konnten die Kinder die Instrumente eines Sinfonieorchesters ausprobieren. Vor Ort in der Christine-Brückner-Schule waren die Streichinstrumente Cello, Bratsche, Geige und Kontrabass vertreten. Außerdem gab es die Blasinstrumente Trompete, Posaune, Horn und Querflöte. An einer Trommel konnten sich die Kinder austoben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.