Anträge für Förderprogramme laufen

Kulturverein sucht Geldgeber für europaweit einmalige Ausstellung

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Setzen sich für die Entwicklung des Klostermuseums Merxhausen ein: (von links) Ralf Pfeiffer (Bürgermeister der Gemeinde Bad Emstal), Karl-Heinz Löber (Prokurist bei Vitos Kurhessen), Hartwin Neumann (Vorsitzender des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal), Peter Nissen (Leiter Servicezentrum Regionalentwicklung, Thomas Viesehon (CDU-Bundestagsabgeordneter) und Museumsleiter Ernst Rogge. 

Merxhausen. Das Klostermuseum Merxhausen will eine in Europa einmalige Dauerausstellung aufbauen. Dafür zapft der Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal Fördertöpfe an.

Der Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal um seinen Vorsitzenden Hartwin Neumann hat Großes vor. Schon seit einigen Jahren verfolgt er das ehrgeizige Ziel, im Klostermuseum Merxhausen die Dauerausstellung „Lebensbilder - Leidensbilder - Frauenbilder“ einzurichten. In ihr soll die 800-jährige Geschichte von Frauen am Stadtort des Klosters erzählt werden. Das, so Neumann, hätte innerhalb Europas Einmaligkeitswert.

Am Dienstag stellte der Vereinschef das Konzept vor und bat CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon um Unterstützung. Denn: Bei der Finanzierung der Ausstellung in den sanierungsbedürftigen Räumen des ehemaligen Gutshauses ist die 100 Mitglieder starke Organisation auf Geld aus öffentlichen Töpfen angewiesen. Etwa 430.000 Euro werden benötigt. Bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hat der Verein einen Antrag gestellt - von dort hofft man auf 110.000 Euro innerhalb dieses und des kommenden Jahres. Aus dem Leader-Programm der EU wird mit knapp 200.000 Euro gerechnet. Daneben sollen sich auch das Land Hessen und der Bund mit jeweils 50.000 Euro an den Kosten beteiligen.

Außerschulischer Lernort

Er wolle sich im Zuge des Denkmalschutzsonderprogramms für das Museum einsetzen, versprach Thomas Viesehon. Für eine Bewilligung seitens des Bundes seien aus seiner Sicht einige Dinge von Vorteil, die der Verein berücksichtigen sollte. So beteilige sich der Bund lieber zu Beginn eines Projektes einamlig, um ihm auf die Sprünge zu helfen. Perspektiven in der Nutzung seien ein weiterer Punkt, genauso wie ein Angebot als außerschulischer Lernort - nicht nur für Schüler aus der Region, sondern auch aus dem Süden Hessens und benachbarten Bundesländern.

Diese Ansprüche zu erfüllen, hat Hartwin Neumann keine Bedenken. Schon jetzt würden Schüler- und Kindergartengruppen durch die Räume des Museums geführt. Eine enge Zusammenarbeit bestehe zudem mit jungen Polizisten, die im Zuge ihrer Ausbildung Psychiatrietage in Merxhausen verbringen.

Neun Stationen

Etwa die Hälfte der Summe soll in die Sanierung der Bausubstanz fließen. Der andere Teil ist vorgesehen für den Innenausbau und die Präsentation der Ausstellung an neun Stationen.

Eigentümerin des denkmalgeschützten Hauses ist die Vitos Kurhessen GmbH. Die Gemeinde beabsichtigt das Gebäude zu mieten, um es langfristig dem Verein zur Verfügung zu stellen. Über die Gemeinde als stabiler Partnerin könnten die verschiedenen Förderanträge gestellt werden. Das Geld soll in den kommenden beiden Jahren fließen, so Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung beim Landkreis Kassel.

Von Antje Thon

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