Verwechslungen und Verwirrungen

"Hurra, ein Junge!": Komödie der Volksbühne Emstal feiert Premiere

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Ein Matrosenanzug für den Jungen: Nicht ahnend, dass ihr Enkel über 100 Kilo wiegt, hat Oma Mathilde (Iris Altmann, Mitte) Babybekleidung gekauft. Mit ihr freuen sich Tochter Henny (Katharina Girke, links) und deren Freundin Helga (Stephanie Hupfeld, rechts).

Komödien bestehen oft aus Verwechslungen und Verwirrungen. Und davon hatte das Lustspiel „Hurra, ein Junge!“ bei der Premiere der Volksbühne Emstal jede Menge zu bieten.

Das Stück von Fritz Arnold und Ernst Bach wurde am Samstag in der Kulturhalle vor 160 Zuschauern erstmal aufgeführt. 

Wenn plötzlich und unerwartet der erwachsene Sohn Fritz Papenstiel, den Professor Webers erste Frau mit in die Ehe brachte, am ersten Hochzeitstag mit seiner zweiten Frau Henny auftaucht, die natürlich von alledem nichts weiß, ist Chaos programmiert. Verständlicherweise will der Professor dieses Familiengeheimnis verbergen. Kräftig unterstützt von seinem Freund Dr. Wehling bauen die beiden ein abstruses Lügengebilde auf, in dem Fritz Papenstiel verschiedene Rollen spielt. Damit löst eine Katastrophe die andere ab, bis nach irrwitzigen Wendungen und einem überraschenden Ende der Familienfrieden wiederhergestellt ist.

Beeindruckend in Szene gesetzt wurde dieses Verwirrspiel von der Volksbühne Emstal. Das Bühnenbild zeigte ein typisches Wohnzimmer eines Berliner Ehepaars Anfang des letzten Jahrhunderts. Mehrere Türen für Auf- und Abtritte und ein begehbarer Wandschrank für Versteckspiele sorgten für lustige Szenen. Das Publikum amüsierte sich köstlich und gab immer wieder begeisterten Zwischenapplaus.

Regie führten Ilona Neumann und Stephanie Hupfeld, deren achtjährige Tochter Viktoria als Zuschauerin die Mama stolz auf der Bühne beobachtete.

Die Akteure waren alle textsicher und voll in ihrem Element. Katharina Girke als Professor Webers junge Frau Henny wirkte zwar verletzlich und gekränkt, wusste sich aber gegen ihren Ehemann zu behaupten. Stephanie Hupfeld als ihre Freundin Helga Lüders spielte die emanzipierte Frau, die die Männer mit Charme und Intelligenz schachmatt setzte, in der Liebe aber schwach wurde. Iris Altmann als Frau des Geheimrats agierte als angepasste Ehefrau. Und Stephanie Pante war als Dienstmädchen Anna eine kecke, freche Berliner Schnauze. Die Männer vertraten, bis auf Papenstiel, das etablierte Bürgertum der damaligen Zeit. Allem voran Manfred Altmann als sittenstrenger Geheimrat mit unmoralischer Vergangenheit. Der beruflich erfolgreiche Professor (Jürgen Kleinhans) reagierte hilflos angesichts der häuslichen Probleme.

Doch Christian Schneider als Freund Dr. Wehling meinte, mit Lügengeschichten helfen zu können und machte alles nur schlimmer. Und da war noch voller Spielfreude Publikumsliebling Lothar Neumann als Fritz Papenstiel. Einmalig seine Gestik, Mimik und der trockene Humor angesichts der vielen verschiedenen Rollen im Stück. Höhepunkt war zweifelslos sein Auftritt in Frauenkleidern. Nach zweieinhalb Stunden voller Lachen und Schmunzeln bedankte sich das Publikum mit tosendem Applaus. 

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