Teilzeitkommissare ermitteln am Erzeberg

Krimiwanderungen von Turivent starten wieder und sind bis Herbst so gut wie ausgebucht

Nach Corona-Zwangspause: Am Freitag gingen erstmals wieder Hobbyermittler mit der SOKO-Habichtswald auf Spurensuche durch den Habichtswald.
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Nach Corona-Zwangspause: Am Freitag gingen erstmals wieder Hobbyermittler mit der SOKO-Habichtswald auf Spurensuche durch den Habichtswald.

Am Freitag gingen erstmals wieder Hobbyermittler mit der SOKO-Habichtswald auf Spurensuche durch den Habichtswald.

Balhorn – Jörg Dreismann strahlt mit der Sonne um die Wette, die am Freitag das idyllische Stückchen Habichtswald am Balhorner Erzeberg in ein sanftes Abendlicht hüllt. Nicht zu warm, nicht zu kalt, ist es gerade genau richtig, um von der Ferienanlage aus zur ersten Wanderung „seit einer gefühlten Ewigkeit“ zu starten. Der Theater- und Eventmacher kann es nach pandemischer Zwangspause kaum abwarten, gemeinsam mit seinem Team die Teilnehmer in Empfang zu nehmen.

Fast 20 sind es, die als Hobbyermittler der aus Dreismann und seinen Kolleginnen Sabine Schwarzer sowie Melina und Martina Junghans bestehenden „SOKO Habichtswald“ bei der Aufklärung eines kniffligen Falles unter die Arme greifen wollen. „Wir haben das so sehr vermisst, und die Menschen offensichtlich auch, bis in den Herbst hinein sind wir so gut wie ausgebucht“, sagt der Schauenburger und rückt die leeren Transportkisten zurecht, die bis eben noch vollgepackt waren mit allerlei Utensilien, die nun entlang der rund fünf Kilometer langen Wanderroute zu Tatorten aufgebaut auf die Hobbyermittler warten.

Neu ist die spannende Geschichte mit dem vielversprechenden Titel „Blutige Wanderschuhe“ nicht, doch aber in der Umsetzung optimiert, dank jeder Menge Zeit während des Lockdowns. „Wir haben hier und da etwas verändert, wo unsere Teilnehmer in der Vergangenheit nicht ganz so leicht auf die Spur unseres Serientäters gekommen sind“, sagt Sabine Schwarzer, die beim Re-Start der Krimiwanderungen zwar eine von zwei Gruppen begleiten, aber keinesfalls zu viel Hilfestellung geben will. „Wir sind nicht bestechlich und verraten auch keine Lösungen, unsere Teilnehmer sollen sich möglichst allein hinein in ein spannendes Abenteuer begeben, die Tatorte sind mit Flatterband abgesperrt und nicht zu verfehlen.“

Ermitteln wieder gemeinsam als SOKO-Habichtswald: Jörg Dreismann mit Martina (von links) und Melina Junghans sowie Sabine Schwarzer.

Ein kleines Abenteuer hat diesmal auch auf die Krimimacher selbst gewartet. „Nach der langen Pause hat sich hier einiges verändert, womit wir nicht gerechnet hatten“, berichtet Schwarzer von der nachmittäglichen Suche nach einem Hochsitz, der eigentlich Teil einer der Krimistationen sein sollte. „Er ist einfach nicht mehr da“, sagt sie lachend und beruhigt, dass Improvisation eine der Stärken des Turivent-Teams sei. Wie sie das Problem gelöst und worum genau es im ausgeklügelten Kriminalfall geht, das will Dreismann aber nicht verraten. Auch seine Teilnehmer fordert er auf, Fotos von den Tatorten nicht in den sozialen Medien zu posten, anderenfalls nämlich „wäre die Geschichte für andere verbrannt“. Er hätte es gar nicht sagen brauchen, denn ans Fotografieren und Posten denken die meisten Teilzeitkommissare später gar nicht erst, so sehr sind schon am ersten Tatort versunken in die Ermittlungen. Ein verdächtig nach Mandel duftender Apfel führt sie auf die Spur des Täters und damit immer tiefer hinein in den Krimiwald. Zwei Stunden später sind alle zurück und scheinen den Fall gelöst zu haben – zumindest deutet darauf hin, dass sie nun mindestens so sehr strahlen wie SOKO-Chef Jörg Dreismann und die Sonne über dem Erzeberg.

Am Freitag, 30. Juli, soll es ab 18.30 Uhr eine Wiederholung geben. Info/Tickets: turivent.cortex-tickets.de (Sascha Hoffmann)

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