Neue Ausstellung

Kulturverein Bad Emstal treibt Museumsumbau weiter voran

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Der alte Gutshof Merxhausen wird gegen Jahresende die Dauerausstellung „Lebensbilder, Leidensbilder, Frauenbilder – 800 Jahre Frauenbilder in Bad Emstal“ beherbergen. Das Gebäude wird derzeit saniert.

Merxhausen –  Sanierung des alten Gutshofes schreitet voran. Neue Ausstellung  „Lebensbilder, Leidensbilder, Frauenbilder – 800 Jahre Frauenbilder in Bad Emstal“ ab Oktober.

Merxhausen – Das Klostermuseum in Merxhausen, das spätestens ab Mitte Oktober die Dauerausstellung „Lebensbilder, Leidensbilder, Frauenbilder – 800 Jahre Frauenbilder in Bad Emstal“ beherbergen und die Geschichte des Klosters erzählen soll, nimmt langsam Gestalt an. Der Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal treibt die Sanierung des alten Gutshofes voran.

Zuletzt, so Vereinschef Joachim Hübner, waren die Arbeiten etwas ins Stocken geraten. Die Statik der ehemaligen, gut 200 Jahre alten Stallungen habe sich als komplexer herausgestellt, als zunächst erwartet. Doch nun sei das Problem gelöst. Alte Balken wurden gegen neue ausgetauscht. 

Umbau- und Abrissarbeiten verändern das Gebäudeinnere

Auch, um den bislang schmalen Eingangsbereich in ein großzügigeres Foyer zu verwandeln, mussten Umbauten vorgenommen werden. Demnächst sollen dort noch drei Metallsäulen eingesetzt werden. Längst abgeschlossen sind auch die Abrissarbeiten in den Räumen. Die Berge von Bauschutt wurden entsorgt. Auch die Wasser- und Abwasserleitungen wurden verlegt.

Der neun Meter lange Deckenbalken musste aus statischen Gründen eingesetzt werden. Museumsleiter Ernst Rogge (von links), Architekt Volker Umlauff und Patrick Bubenheim von der Bad Emstaler Firma Holzbau Bubenheim stehen im künftigen Foyer des Klostermuseums.

In den kommenden Tagen werden die Trockenbauer und Maurer mit ihren Arbeiten beginnen. Auch wird demnächst das Gebäude wieder mit Strom versorgt. Die Vorbereitungen dafür erledigen die Vereinsmitglieder selbst, sie übernehmen das Stemmen der Schlitze, in denen die Leitungen verlegt werden. Bei einem Tischler wurde der Bau der Holzvitrinen und Schaukästen für die Exponate der Ausstellung in Auftrag gegeben.

Neuer Fußboden erhöht die Kosten

Beim Fußboden ist der Verein von seiner ursprünglichen Planung abgewichen, der soll nun doch erneuert werden. Der Dielenboden ist ein Grund, weshalb die Kosten für das Gesamtprojekt von den kalkulierten 278.000 Euro auf nun 291.000 Euro gestiegen sind. „Die Kosten sind aber alle gedeckt“, sagt Hübner, der der Fertigstellung des Museums bereits entgegenfiebert.

In der zweiten Jahreshälfte will der Verein mit seinem Projekt auf die Zielgerade einbiegen. Und mit dem Luise-Greger-Festival, das in diesem Jahr in Kassel stattfindet, wurde nun auch für die Bad Emstaler der zeitliche Rahmen festgezurrt. „Denn ein Programmpunkt wird im Oktober in unserem Klostermuseum in Merxhausen stattfinden“, kündigt Hübner stolz an.

Bis dahin müssen die Räume also vorzeigbar sein. Luise Greger war eine Komponistin, die Ende des 19. Jahrhunderts nach Kassel kam und 1944 in der Landesheilanstalt Merxhausen Opfer der sogenannten „stillen Euthanasie“ wurde. 

Komponistin starb in Merxhausen

Luise Greger (1862 - 1944) war eine deutsche Komponistin, die ihre letzten Lebensjahre in Merxhausen verbrachte. Sie war wegen einer angeblichen „senilen Seelenstörung“ in die Landesheilanstalt aufgenommen worden. Dort wurde sie nur unzureichend ernährt, und auch medizinisch blieb sie unterversorgt. Ihr daraus resultierender Tod wird als „stille Euthanasie“ bezeichnet.

Luise Greger (geb. Sumpf) stammte aus Greifswald und bewies schon in Kinderjahren großes musikalisches Talent. Als neunjähriges Mädchen, so wird in der Familie berichtet, wurde sie vom Zarenhof nach Petersburg eingeladen, um vor der Zarin ein Klavierkonzert zu geben. Der wohlhabende Vater förderte das Talent der Tochter, die nach der Heirat mit dem Berliner Arzt Dr. Ludwig Greger nach Kassel zieht.

Durchbruch in den 1930er-Jahren

Erst nach ihrer Scheidung 1911 widmet sich Luise Greger ganz der Musik, sie komponiert, spielt Klavier und singt. Vor allem in den 1930er-Jahren wird sie in der deutschen und europäischen Musikwelt bekannt. Die Gesamtzahl ihrer Werke liegt bei etwa 170 Kompositionen.

Ihre Arbeiten umfassen sowohl volkstümliche Weisen in Plattdeutsch, aber auch Gedichte von Theodor Storm, Johann Wolfgang von Goethe, Herman Löns und anderen zeitgenössischen Autorinnen und Autoren.

Das Luise-Greger-Festival wird aus Anlass des 75. Todestages von Luise Greger in diesem Jahr in Kassel und Umgebung gefeiert. Veranstaltungen finden auch in Merxhausen und Hofgeismar statt.

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