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Kursaal-Sanierung in Bad Emstal steht auf der Kippe

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Von: Tanja Temme

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Frage nach Emstals größtem Sanierungsprojekt: Hans-Bernd Schmidt wollte wissen, wann die Reißleine für das Projekt Multifunktionshaus-Sanierung gezogen wird. Fast 50 Teilnehmer waren bei der ungewöhnlichen Bürgerversammlung unter freiem Himmel dabei.
Frage nach Emstals größtem Sanierungsprojekt: Hans-Bernd Schmidt wollte wissen, wann die Reißleine für das Projekt Multifunktionshaus-Sanierung gezogen wird. Fast 50 Teilnehmer waren bei der ungewöhnlichen Bürgerversammlung unter freiem Himmel dabei. © Tanja Temme

Das Dauerbrenner-Thema Kursaal bewegte einmal wieder die Gemüter in Bad Emstal: Bei der Bürgerversammlung stand die Sanierung des Gebäudes im Mittelpunkt.

Bad Emstal - Knapp 50 Bürger waren bei der Zusammenkunft an der Amateurtheaterbühne im Kurpark dabei, bei der Bürgermeister Stefan Frankfurth deutliche Worte zum Projekt Multifunktionshaus – wie der Kursaal künftig genannt werden soll –fand.

Da die Kosten der mit vier Millionen Euro veranschlagten Sanierung in die Höhe geschnellt waren, am Ende 2,5 Millionen den ursprünglichen Betrag überschritten hatten, mussten Einsparungen getätigt werden. So ist nun kein Fahrstuhl mehr vorgesehen und vieles, was im Untergeschoss beheimatet sein sollte, wird nun im Parterre sein.

„Im Untergeschoss hätten wir beispielsweise Wände einreißen müssen, was sehr teuer geworden wäre“, erklärte Frankfurth. Deshalb sind die Vereinsräume beispielsweise nun im Erdgeschoss geplant. Grundsätzlich haben die Verantwortlichen geschaut, was noch erhalten werden kann: Von der Bühne über das Parkett – sogar die Fliesen aus den 70er Jahren sollen bei dem neuen Konzept in den Toilettenanlagen bleiben. Ob dieses tatsächlich verwirklicht wird, hängt von einem wesentlichen Punkt ab: nämlich der Fristverlängerung des Fördermittelgebers. Aktuell, wo sich die Kosten rapide erhöht hätten, man Tagespreise in Kauf nehmen müsse, sei er nicht gewillt, Ausschreibungen für die Umsetzung der Sanierung auf den Weg zu bringen, sagte Frankfurth. „Wo ist denn dann die Reißleine für das Projekt Kursaal?“, wollte der Bürger Herrmann Beller wissen. Frankfurth: „Die Reißleine ist jetzt. Jetzt sind wir an einem Zeitpunkt angekommen, wo hopp oder top angesagt ist, denn ohne Fristenverlängerung kann es keine Fortführung geben.“ Im September werde die Gemeindevertretersitzung dieses Thema zum Inhalt haben, dann darüber beraten. Doch was ist, wenn der zeitliche Aufschub nicht bewilligt wird? „Alternativen aufzuzeigen ist dann Aufgabe der Politik“, ergänzte das Gemeindeoberhaupt.

Thematisiert wurde auch der Glasfaserausbau: Im gesamten Gemeindebereich gibt es der Kabelverlegung wegen jede Menge „Stolperfallen“. Die Bereiche seien bisher überwiegend nur geschottert und nicht asphaltiert worden, berichtete Frankfurth und fügte an, dass vor allem gehbehinderten Menschen diese Flächen zu schaffen machten. Vonseiten der zuständigen Firmen hätte man ihnen zugesagt, dass bis Ende August alles wieder hergestellt worden sei – ein Versprechen „was kaum zu realisieren ist“, wie der Gemeindechef meinte.

Auch das schlechte Radwegenetz im Bad Emstaler Raum kam zur Sprache. Eine Trasse zwischen dem Ortsteil Sand und Breitenbach soll nun in Angriff genommen werden.

Als ganz ferne Zukunftsmusik wurde für die Heilwassernutzung eine erste Idee präsentiert. Man prüfe gerade, ob ein Naturheilbad in Form eines Thermalsees möglich werde, so Frankfurth. (Tanja Temme)

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