Projekt "Frankini" 

Land Hessen fördert Onlinetherapie von stotternden Kindern 

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Stotternden Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren wird nun auch online geholfen: Das Institut der Kasseler Stottertherapie, das von Alexander Wolff von Gudenberg gegründet wurdet, hat dafür ein Konzept entwickelt, das nun von ersten Krankenkassen bezahlt wird. 

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördert die Onlinetherapie der Kasseler Stottertherapie mit Sitz in Bad Emstal. In den Jahren 2018 bis 2020 unterstützt das Land das Projekt im Rahmen seiner E-Health-Initiative mit 490 000 Euro.

Zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr erfolgt die Sprachentwicklung von Kindern in rasanten Schritten. Bei vielen Kindern tauchen in dieser Phase alterstypische Sprechunflüssigkeiten auf, die meist von alleine wieder aufhören.

Ist das nicht der Fall, kann eine behandlungsbedürftige Sprechstörung dahinterstecken. Die Kasseler Stottertherapie „Frankini“ für Drei- bis Sechsjährige bietet die Chance, frühzeitig Kinder bei einer Sprachtherapie zu unterstützen, betont Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. „Mit der Förderung des Landes wird die bewährte Therapie nun auch auf kleinere Kinder ausgeweitet, was einen Therapieerfolg umso wahrscheinlicher macht.“

Mit dem Fördergeld weitet die Kasseler Stottertherapie ihre Onlinetherapie, die sich für Jugendliche und Erwachsene ab 13 Jahren bereits bewährt hat, auf die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen aus. Unabhängig davon baut das Institut ein Online-Zentrum für die weltweite Stottertherapie in Calden-Meimbressen auf (wir berichteten).

Eines der zentralen Elemente von „Frankini“ ist, dass die Eltern zu Therapeuten ihrer Kinder ausgebildet werden und deren Therapie begleiten. In den kommenden beiden Jahren übernimmt die TK bundesweit die Kosten für die Betreuung der Kinder im „Frankini“-Projekt. Weitere Krankenkassen können sich ebenfalls beteiligen. 

Nach Ablauf der zwei Jahre soll die Onlinetherapie für die Drei- bis Sechsjährigen in die Regelversorgung aufgenommen werden. Stottern ist die häufigste und bekannteste Sprechstörung und entsteht meist im Alter von zwei bis fünf Jahren. Jedes 20. Kind ist davon betroffen; lediglich bei etwa einem Prozent der Bevölkerung bleibt ein chronisches Stottern bestehen. Im frühen Kindesalter ist die Sprechstörung noch gut behandelbar.

„Frühes Stottern wächst sich nicht von alleine aus. Aber mit einer evidenzbasierten, standardisierten Therapie zum frühestmöglichen Zeitpunkt können wir vielen Kindern einen späteren Therapiemarathon ersparen. Je jünger ein Kind bei Behandlungsbeginn und je kürzer der Zeitraum ist, in dem es stottert, desto höher ist die Chance, dass sich die Sprechstörung wieder komplett gibt“, sagt Dr. Alexander Wolff von Gudenberg, der Leiter des Instituts der Kasseler Stottertherapie. 

Beim Stottern handelt es sich um eine neurologische Störung, die überwiegend genetisch bedingt ist und vererbt werden kann. Im Vorschulalter ist Heilung noch ein realistisches Ziel. „Ab der Pubertät kann dann zwar nicht mehr von einer Heilung wie bei kleineren Kindern gesprochen werden, eine Therapie kann das flüssige Sprechen aber noch deutlich verbessern und die psychosozialen Folgeerscheinungen der Sprechstörung nachhaltig abfedern“, so Wolff von Gudenberg.

Eltern arbeiten als Co-Therapeuten

Bei der Kasseler Stottertherapie eignen sich die Patienten durch das Üben mit einem audiovisuellen Biofeedbackprogramm eine spezielle weiche Sprechweise an, die Unflüssigkeiten beim Sprechen deutlich verringert. 

Selbst schwer stotternde Menschen lernen, ohne Hast, Spannung oder Druck weich und ohne Stolpern zu sprechen. Im „Frankini“-Projekt werden die Drei- bis Sechsjährigen mit einer kindgerechten Form der Trainingssoftware behandelt, wobei die speziell dafür ausgebildeten Eltern als Co-Therapeuten fungieren. 

In den Therapiekursen werden die Kinder – unterstützt durch ihre Eltern – in einer Kombination aus Präsenz- und Onlinetherapie behandelt. Im zweiten Projektjahr begleiten externe Sprachtherapeuten unter Supervision der Kasseler Stottertherapie die Kinder. Dafür werden sie im Rahmen des Projektes in einem neuen Ausbildungsgang vom Institut der Kasseler Stottertherapie als Online-Therapeuten ausgebildet.

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