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Hochzeitswald und Ruheforst auf der Wunschliste in Bad Emstal

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Von: Norbert Müller

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Bestattungen unter Bäumen: Ob es eine solche Möglichkeit in absehbarer Zeit auch in Bad Emstal geben kann, soll der Gemeindevorstand klären.
Bestattungen unter Bäumen: Ob es eine solche Möglichkeit in absehbarer Zeit auch in Bad Emstal geben kann, soll der Gemeindevorstand klären. © Britta Pedersen/dpa

Für jede Eheschließung einen Baum und Bestattungsmöglichkeiten im Forst - die Realisierung dieser Projekte wird jetzt in Bad Emstal geprüft.

Bad Emstal – Jeder neu gepflanzte Baum ist ein kleiner Beitrag für den Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund hatte die Bürgerliste einen Antrag ins Bad Emstaler Parlament eingebracht, der, durch Vorschläge der SPD-Fraktion noch etwas modifiziert, dann auch von beiden Fraktionen einstimmig verabschiedet wurde.

BBE-Fraktionschef Roger Mannsfeld hatte den Antrag den Gemeindevertretern während ihrer jüngsten Sitzung in Riede vorgestellt, war darauf eingegangen, dass die Rolle des Waldes beim Klimaschutz in den vergangenen Jahren immer stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt sei.

Aus diesem Grund, aber auch, um die enge Verbundenheit zwischen Gemeinde und Bürgern zu vertiefen, möge der Gemeindevorstand ein Konzept zur Anlage eines Hochzeitswaldes in Bad Emstal erarbeiten.

In einem solchen Hochzeitswald sollte für jede künftig von Bad Emstalern geschlossene Ehe ein Bäumchen gepflanzt werden. Gleichzeitig solle in dem zu erarbeitenden Konzept auch die Schaffung eines „Friedwaldes“ als Erweiterung des Bestattungsangebotes in Bad Emstal berücksichtigt werden. Ruheforste als alternative Möglichkeit zur Bestattung, so Mannsfeld, würden zunehmend nachgefragt.

Die Sozialdemokraten unterstützten den Antrag der BBE grundsätzlich, regten aber an, dem Gemeindevorstand mehr Zeit einzuräumen. Im Antrag hatte die Bürgerliste formuliert, dass der Gemeindevorstand bis Ende 2022 dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Soziales, Nachhaltigkeit und Digitalisierung das Konzept vorzulegen habe.

Angesichts der personellen Situation in der Bad Emstaler Gemeindeverwaltung sei die Aufgabe, bis zum Jahresende kaum zu schaffen, erklärte Tim Bräutigam. Besser wäre es, wenn man die terminliche Fristsetzung herausnehmen würde.

Zum Bestattungswald stellte die SPD einen Ergänzungsantrag: Der Gemeindevorstand möge auch prüfen, ob nicht die bestehenden Friedhöfe um einen Ruheforst, also die Möglichkeit zu Urnenbestattungen unter Bäumen, ergänzt werden könnten. Gerade ältere und gehbehinderte Personen, so Bräutigam, „haben oft Probleme, zu den Grabstellen im Wald zu kommen“.

Für die Vorschläge der SPD zeigte dich die Bürgerliste aufgeschlossen. Die Situation im Bauamt, so Roger Mannsfeld, sei bekannt, das Argument, keinen zu hohen zeitlichen Druck aufzubauen, nachvollziehbar. Man möge aber doch eine „Perspektive“ in den Beschluss reinschreiben. Er schlage vor „bis Ende 2023“.

Den Vorschlag, in die Prüfung der Standorte für einen Friedwald auch die bestehenden Friedhöfe mit einzubeziehen, werde die BBE mittragen. Die SPD gab ihr Okay für den Prüfzeitraum bis Ende 2023. Entsprechend wurde der gemeinsam modifizierte Antrag von den Parlamentariern beider Fraktionen einstimmig abgesegnet. Norbert Müller

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