Kasseler Kulturforum organisiert Festival

Tod in der Landesheilanstalt: Platz in Merxhausen wird nach Luise Greger benannt

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Nach ihr wird in Merxhausen ein Platz benannt: Luise Greger. Die Komponistin ist ein Opfer bewusster Vernachlässigung in der L andesheilanstalt Merxhausen während der Nazizeit.

Die Erinnerungen an die Komponistin Luise Greger kehren nach Merxhausen zurück: Das Kasseler Kulturforum veranstaltet am Samstag ab 14 Uhr das Luise-Greger-Festival.

Vitos Kurhessen, die Gemeinde Bad Emstal und der Kultur- und Geschichtsverein organisieren eine Gedenkveranstaltung im Haus 105 von Vitos Kurhessen. Der Platz am Klostermuseum wird den Namen „Luise-Greger-Platz“ erhalten.

„Die Stadt Kassel kann stolz darauf sein, Deutschlands bedeutendste lyrische Tondichterin zu ihren Einwohnern zu zählen“, berichtet die Kasseler Post am 21. Dezember 1932. Luise Greger war damals eine erfolgreiche Pianistin, Kammersängerin und Komponistin. 

In Vergessenheit geraten

Nach ihrem Tod 1944 in der Landesheilanstalt Merxhausen geriet sie in Vergessenheit. Durch Zufall fand ihr Urenkel, Dr. Helmuth Greger, Noten ihrer Werke in einer Truhe auf dem Dachboden seines Elternhauses. Luise Gregers Märchenoper „Gänseliesel“ wurde in der Murhardschen Bibliothek wiederentdeckt.

Aus Anlass ihres 75. Todestages findet vom 18. bis 22. Oktober in Kassel und Merxhausen das internationale Luise-Greger-Festival statt. Die Schirmherrschaft hat die Hessische Ministerin für Justiz Eva Kühne-Hörmann übernommen. Der Nachmittag des 19. Oktobers ist dem Gedenken an den Tod der Komponistin gewidmet. Sie gilt als Opfer der Hungerkost und bewussten Vernachlässigung Geisteskranker während der Nazi-Herrschaft. 

Nach Grußworten der Vitos-Geschäftsführerin Irmgard Raschka-Halberstadt und der LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert wird der Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal, Joachim Hübner, die letzten Lebens- und Leidenswochen Luise Gregers nachzeichnen.

Luise-Greger-Platz wird eingeweiht

Bad Emstals Bürgermeister, Stefan Frankfurth, wird danach den Luise-Greger-Platz am Klostermuseum einweihen. Er wird eine Gedenktafel enthüllen, die darauf verweist, dass Luise Gregers Name stellvertretend für alle Frauen der Landesheilanstalt Merxhausen steht, die während der NS-Zeit der „Euthanasie“ zum Opfer fielen.

Der Posaunenchor der Ev. Kirchengemeinde Bad Emstal-Sand spielt Stücke aus der Märchenoper „Gänseliesel“. Für die Besucher des Luise-Greger-Festivals stehen das Klostermuseum und das Café Lädchen offen.

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