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Zuschüsse vom Land und ein Plädoyer für den Schatz der Feuerwehr

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Von: Norbert Müller

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Ganz schön eng hier: Innenminister Peter Beuth (links) mit Gemeindebrandinspektor Oliver Lenz (Mitte) und Wehrführer Marco Rittgarn in der Umkleide der Balhorner Feuerwehr. Für 54 Einsatzkräfte – Männer wie auch Frauen – hängt in diesem Raum die Schutzkleidung.
Ganz schön eng hier: Innenminister Peter Beuth (links) mit Gemeindebrandinspektor Oliver Lenz (Mitte) und Wehrführer Marco Rittgarn in der Umkleide der Balhorner Feuerwehr. Für 54 Einsatzkräfte – Männer wie auch Frauen – hängt in diesem Raum die Schutzkleidung. © Norbert Müller

Hessens Innenminister Beuth hatte bei seiner Visite in Balhorn Gutes im Gepäck: Die Bestätigung der Landeszuschüsse für den Ausbau des Feuerwehrhauses in Balhorn und die Anschaffung eines neues Löschfahrzeugs.

Balhorn – Nur keine Hektik bei dieser Hitze: Hessens Innenminister Peter Beuth nahm sich bei seinem Besuch der Balhorner Feuerwehr am Donnerstag verhältnismäßig viel Zeit. Und so überbrachte er die beiden Bewilligungsbescheide, wegen denen er angereist war, nicht, wie bei Politikern häufig üblich, im Galopp, um dann gleich zum nächsten Termin durchzustarten, sondern sah sich in Ruhe an, warum das zur Verfügung gestellte Geld tatsächlich benötigt wird.

Geführt von Gemeindebrandinspektor Oliver Lenz schlenderte Beuth in Begleitung von Regierungspräsident Mark Weinmeister, Honoratioren der Gemeinde und einigen Feuerwehrmitgliedern durchs 1997 errichtete Gebäude. Dabei beeindruckte ihn besonders die Enge, mit der sich die Balhorner Feuerwehrleute in den vergangenen Jahren irgendwie arrangieren mussten.

54 Einsatzkräfte, davon 13 Frauen

54 Aktive gehören aktuell zur Einsatzabteilung, davon 13 Frauen. Nach Geschlechtern getrennte Umkleiden gibt es keine, dafür Gedränge, wenn Alarm ist. Und die Umkleide für die derzeit 16 Mitglieder der Jugendfeuerwehr ist auch weit entfernt von dem, was heute als angemessen durchgehen würde.

Gerade beim Nachwuchs, machte Beuth deutlich, sollte man nicht geizen. Mehrfach bezeichnete er die Jugendfeuerwehren – beim Ministerbesuch wurde die junge Generation von Phil Mathe und Sophie Schnegelsberg vertreten – als den „Schatz“ der Feuerwehren, den es zu hegen und zu fördern gelte. Denn damit stelle man die Weichen für die Zukunft.

Wird modernisiert und erweitert: das Domizil der Feuerwehr Balhorn.
Wird modernisiert und erweitert: das Domizil der Feuerwehr Balhorn. © Norbert Müller

Er habe heute zwei Förderbescheide dabei, Empfänger ist jeweils die Gemeinde Bad Emstal. Einen über 130 000 Euro für die Erweiterung des Feuerwehrhauses, was etwa 35 Prozent der förderfähigen Kosten entspreche – den Rest zahlt die Gemeinde. Und einen zweiten Bescheid gebe es noch obendrauf, und zwar über knapp 85 000 Euro für ein neues Staffellöschfahrzeug, für das die Kommune ebenfalls den Rest drauflegen muss. Aber was bringen all die Investitionen in Gerätehäuser und die aufwendigen Fahrzeuge, fragte Beuth, „wenn keiner mehr drin sitzt?“ Deswegen sei eine gute Nachwuchsarbeit ganz wesentlich für den Fortbestand der Feuerwehren und damit für die Sicherheit der Bevölkerung bei Schadensfällen. Für die Feuerwehr begeistern und an die Feuerwehr binden, darum gehe es. Außerdem gelte es, gegenüber den Aktiven immer wieder die Wertschätzung deutlich zu machen. Wozu ja auch beitrage, wenn man Arbeitsgerät und Unterkünfte auf zeitgemäßem Niveau hält.

Mängel im Feuerwehrhaus

Bei einer Revision der Unfallkasse waren seinerzeit die Mängel im Balhorner Feuerwehrdomizil festgestellt worden. Die Gemeinde reagierte und brachte den Ausbau des Gebäudes, für den Minister Beuth den Zuschuss vorbeibrachte, auf den Weg. Wie teuer angesichts der aktuellen Preisentwicklung im Baubereich die Erweiterung des Hauses werden wird, die dann auch endlich allen Fahrzeugen einen eigenen Unterstellplatz beschert, könne man derzeit noch nicht auf den Punkt beziffern, so Gemeindebrandinspektor Oliver Lenz. Als Nächstes stehe nun die Ausschreibung für ein Planungsbüro an.

Das ebenfalls geförderte Löschfahrzeug habe aktuell eine Lieferzeit von gut 24 Monaten. Spätestens wenn das Auto ausgeliefert wird, sollte das Haus ausgebaut sein, denn dann benötige die Wehr den Stellplatz in der Halle. Da scheint, wie beim Besuch des Ministers am Donnerstag, erst mal noch keine Hektik angesagt. (Norbert Müller)

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