130 eifrige Hennen leisten ganze Arbeit

Nach Fripronil-Skandal: Nachfrage bei Eierhäuschen von Markus Siebert in Bad Emstal wächst

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Optimaler Standort am Balhorner Weg: Das bunte Hühnermobil von Familie Siebert aus Sand.

Bad Emstal. Die Nachfrage nach frischen Eiern am Eierhäuschen von Markus Siebert in Sand ist in den vergangenen Tagen gestiegen. Grund sind wohl die Nachrichten von belasteten Eiern durch das Insektizid Fipronil haben das Interesse der Kunden steigen lassen.

Bad Emstal. „Leider sind wir heute schon ausverkauft“, erklärt Markus Siebert seinen Kunden, die sich noch auf den Weg zum Eierhäuschen an der Kasseler Straße in Sand gemacht hatten. Der kleine Kühlschrank in dem bunt bemalten Häuschen ist leer. Einzig ein paar pinkfarbene Eierkartons stehen daneben und warten darauf, wieder neu befüllt zu werden. „Die Nachfrage nach unseren Eiern ist durch den Fipronil-Skandal momentan enorm groß“, erklärt Markus Siebert, der seit Februar ein großes Hühnermobil betreibt und von seinen 130 Hennen täglich rund 120 Eier in seinem Eierhäuschen verkauft.

„Für uns ist die Gesundheit der Tiere das Allerwichtigste“, betont Markus Siebert. „Unsere Hühner sind alle geimpft und nachweislich gesund.“ Damit das auch so bleibt, legt der 39-Jährige viel Wert auf das richtige Futter seiner 130 Mitarbeiterinnen und verwendet ausschließlich Futter ohne Gen-Technik. Jeden Morgen machen sich Markus Siebert oder seine Eltern Hannelore und Klaus auf den Weg zum Hühnermobil, das auf einer großen Wiese nah am Waldrand steht. „Alle zehn Tage versetzen wir den Wagen und das Außengehege, damit den Tieren immer frisches und sauberes Gras zur Verfügung steht“, sagt Markus Siebert. Die gepachtete Wiese, die vorher reines Ackerland war, wurde außerdem mit einem speziellen Hühnersamen angesät.

Die Nachfrage nach Qualitätseiern steigt: Markus Siebert vor seinem Eierhäuschen in der Kasseler Straße. 

Ganz stolz ist der 39-Jährige auf den mobilen Hühnerstall, der mit einer speziellen Lichtanlage ausgestattet ist. „Wir halten das Licht im Stall Sommer wie Winter konstant. Ein Huhn braucht etwa 15 Stunden Licht, um ein Ei zu produzieren“. Auch den Winter werden die Tiere in ihrem mobilen Heim verbringen, das vollisoliert und frostsicher ist. Die Fütterung und die Tränke funktionieren vollautomatisch, einmal in der Woche muss alles wieder aufgefüllt werden.

Viel Arbeit für den in Vollzeit arbeitenden Familienvater, der froh und dankbar ist, dass ihn seine Eltern so tatkräftig unterstützen. „Meine Eltern sind eine ganz wesentliche Stütze für mich, sie erledigen fast 70 Prozent der Arbeit“, weiß Markus Siebert und fügt lachend hinzu: „Eigentlich sind es 132 fleißige Mitarbeiter.“

Eine weitere Besonderheit stellen die Abrollnester im Hühnerstall dar. „Unsere Eier sind absolut sauber, wenn wir sie aus dem Stall holen“, erklärt Markus Siebert. „Wenn sie gelegt werden, rollen sie in eine überdachte Rinne und können so weder zertreten, zerpickt oder durch Kot verschmutzt werden.“ Die besondere Sorgfalt, die Familie Siebert im Umgang mit ihren Hennen an den Tag legt, zahlt sich dieser Tage ganz besonders aus.

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