Hakenkreuze an Haus mit syrischer Flüchtlingsfamilie geschmiert

Bad Emstal. Fassungslosigkeit herrscht nicht nur in der Wolfhager Straße, sondern in ganz Sand. Unbekannte haben am Montag zwischen 19.45 Uhr und 20.45 Uhr ein Haus mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen vollgeschmiert.

Hauseigentümerin Ann-Christin Buttler begutachtet am Dienstag die Schäden am Haus: „Eine Nachbarin rief mich weinend an und hat mir erzählt was passiert ist.“ Immer wieder halten Passanten und Autofahrer an und ärgern sich, dass so eine Tat ausgerechnet in Sand passieren konnte und sprechen Buttler Mut zu.

Dass gerade dieses Haus Ziel solch eines Angriffs wird, ist wohl kein Zufall. Seit letztem Jahr lebt dort eine syrische Familie. Zudem liegt das Haus in einer zentralen Lage in der Nähe einer Bäckerei. Die Symbole wurden an allen Wänden mit schwarzer Farbe aufgesprüht und sind nicht zu übersehen. Dazu haben der oder die Täter auch das Grundstück betreten.

Günther Bubenheim, ein Freund der Familie, glaubt dass auch das Datum nicht zufällig gewählt wurde: „Am Wochenende haben wir im Kursaal noch das Fest der Begegnungen erfolgreich gefeiert und es ist Tag der Deutschen Einheit. Der oder die Täter wollen uns zeigen, dass sie auch hier sind.“ Zu dem Fest (wir berichteten) kamen rund 350 Besucher. Er glaubt zudem, dass die Täter sich in Sand auskennen oder aus dem Ort stammen.

Nicht die erste Schmiererei

Bereits letztes Jahr wurde an einer Tür ein Hakenkreuz aufgesprüht. Besonders ärgerlich ist für Buttler zudem, dass erst letztes Jahr die Fassade neu gestrichen wurde. Wie hoch der Schaden ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Carmen Hübner vom Unterstützungskreis für Geflüchtete Bad Emstal-Sand möchte in den nächsten Tagen gerne ein Zeichen gegen Fremdenhass setzen. Unter den Ideen ist zum Beispiel ein gemeinsamer Gottesdienst. Hübner hatte bereits das Fest organisiert. Von der Tat will man sich nicht entmutigen lassen.

Eine Anzeige wegen der „Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ ist bei der Polizei eingegangen. Zeugen, die Hinweise zur Aufklärung der Straftat haben, können diese der Polizeistation Wolfhagenmelden Telefon: 05 69 2 / 98 29 0.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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