Vitos Kurhessen

Neuer Klinikdirektor: Matthias Bender wird ins Amt eingeführt

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Hat seinen neuen Arbeitsplatz bereits kennengelernt: Dr. Matthias Bender ist seit Dezember neuer ärztlicher Direktor der Vitos-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und tritt die Nachfolge von Prof. Michael Franz an, der vor über einem Jahr Bad Emstal verlassen hatte.

Merxhausen. Seit gut drei Monaten ist Dr. Matthias Bender der neue Klinikdirektor bei Vitos Kurhessen und neben Merxhausen auch zuständig für die Stationen in Kassel, Hofgeismar und Melsungen. Am Donnerstag wird er in Bad Emstal offiziell in sein Amt eingeführt.

Die Mischung aus der langjährigen Tradition am Standort Merxhausen einerseits und gleichzeitig einer modernen, leitlinienorientierten Psychiatrie hätten ihn in seiner Entscheidung für den neuen Posten bestärkt.

„Merxhausen zählt zu den ältesten Psychiatrien Deutschland und Europas“, sagt Bender, der von Weilmünster, wo er ebenfalls als ärztlicher Direktor tätig war, an die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie nach Nordhessen gewechselt ist. Strukturelle Veränderungen hätten die Vitos-Klinik in den vergangenen Jahren geprägt. Bender sieht seine Aufgabe darin, diese Prozesse zu gestalten.

In Kassel wurde für 20 Millionen Euro ein neues Krankenhaus gebaut und vor wenigen Monaten eröffnet, das zentraler Anlaufpunkt für eine wohnortnahe Betreuung sein soll und in dem störungsspezifische Therapien angeboten werden. Die Entwicklung ging einher mit einem Bettenabbau in Merxhausen. Allerdings sollen die verbliebenen Stationen in Bad Emstal – hier werden Patienten mit altersbedingten Erkrankungen behandelt – gestärkt werden. Schwerpunkt bilden demenzielle Erkrankungen und affektive Störungen. Daneben sind in Merxhausen drei Stationen für Abhängigkeitserkrankungen beheimatet sowie zwei Stationen der allgemeinen Psychiatrie.

Lange Wartelisten

Auch wenn der Aufnahmedruck im Bereich der Psychiatrie seit Jahren hoch sei und die Wartelisten für eine Therapie lang, die Schaffung neuer Kapazitäten zu den 289 Klinikbetten und 65 Plätzen in der Tagesklinik Melsungen sei nicht geplant, sagt Bender. Organisatorisch und inhaltlich wolle er für Entlastung sorgen. Mit „organisatorisch“ meint Bender eine bessere Steuerung der Patienten. Stationäre, teilstationäre (Tagesklinik) und ambulante Angebote müssten noch effektiver genutzt werden. Unter „inhaltlich“ fasst er die therapeutische Arbeit zusammen, die für die Betroffenen so passgenau wie möglich sein soll.

Der 57-Jährige, der im Raum Marburg wohnt und eine Zweitwohnung in der Region hat, möchte bis zu seinem Ruhestand am nordhessischen Vitos-Standort bleiben. Er geht davon aus, dass in den kommenden Jahren andere Finanzierungsgrundlagen die Arbeit der Psychiatrien bestimmen. Auch das neue Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz in Hessen, das im August 2017 in Kraft getreten ist und das nun Zwangsbehandlungen von Menschen mit akuter Selbst- und Fremdgefährdung regelt, wird mit Folgen für das Klinikgeschehen sein.

Eine weitere Herausforderung stellt die Aufsuchende Hilfe seelisch kranker Menschen dar. So soll eine Versorgung etabliert werden, die Patienten zu Hause eine Akutbehandlung anbietet, die für nahezu alle Diagnosen möglich ist, aber bei der die Persönlichkeit des Patienten berücksichtigt werden muss. Vitos in Frankfurt arbeitet bereits mit dieser Behandlungsform.

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