Neuer Pep für das Sorgenkind Thermalbad

Restaurieren statt rausreißen: Christoph Mavkefka kümmert sich derzeit um den alten Fußboden, eine Tür zum Außenbereich könnte für eine künftige Nutzung des Saunabereichs interessant werden. Fotos: zhf

Bad Emstal. Fast unbeachtet von der Bad Emstaler Bevölkerung hat die Arcadia Praxis Klinik in unmittelbarer Nachbarschaft zum Thermalbad ihre Arbeit aufgenommen. Das soll sich nun ändern.

Man wolle schließlich regional verankert sein, trotz der überwiegend internationalen Klinikklientel, sagt Arcadia-Vita-Geschäftsführer Hans-Ulrich Plaßmann, der nach umfangreichen Umbauarbeiten Anfang des Jahres die von der Gemeinde angemietete Bäderabteilung des Thermalbades für die Öffentlichkeit öffnen will.

Viel hat sich dort bereits getan, wobei überdimensionale Naturimpressionen und raffiniert eingesetzte Lichteffekte im einst tristen Physiobereich bereits erahnen lassen, welch Gewinn die Klinikansiedlung für die Gemeinde sein dürfte. Durch die Frischekur für die Bäderabteilung jedenfalls, für die Arcadia einen hohen sechsstelligen Betrag investiert hat, wird das in die Jahre gekommene Bad aufgewertet.

Neue Akzente 

„Bei uns geht es darum, das Leben zu lernen sowie Krankheiten vorzubeugen, und das funktioniert nun mal am besten, wenn man sich dem Leben stellt“, erklärt Plaßmann, der sich gemeinsam mit Architektin Mirja Siegmann genau das bei der Neugestaltung des Wohlfühltempels zu Herzen genommen und verletzte Stellen der Bausubstanz in die neue Gesamtstruktur integriert hat. „Vieles haben wir aus Vorhandenem entwickelt und damit gleichzeitig neue Akzente gesetzt“, sagt Siegmann, die mit ihrem Team nicht gegen, sondern mit der vorhandenen Raumstruktur gearbeitet hat. Massive Holzträger fügen sich nun ebenso harmonisch ins Raumkonzept ein wie die fürs Bad benötigte Entlüftungsanlage. „Alle Einzelteile sind nebeneinander erlebbar, passen plötzlich perfekt zueinander“, freut sich Plaßmann, der vor allem hinsichtlich des Ambientes von der runden Gestaltung der Behandlungskabinen überzeugt ist.

Großzügiges Weiß an Wänden und Decken diene künftig als Projektionsfläche für farbiges Licht, Birkenstämme, von der Decke herabhängende Pflanzen und ein Brunnen mit Thermalwasser machen das Wohlfühlkonzept perfekt.

Aus Alt mach Neu: Architektin Mirja Siegmann und Arcadia-Vita-Geschäftsführer Hans-Ulrich Plaßmann haben bei der Neugestaltung des Bäderbereichs im Emstaler Thermalbades versucht, möglichst viele alte Elemente in die neue Raumgestaltung zu integrieren.

Den Arcadia-Machern geht es aber nicht nur um räumliche Neuerungen, sie wollen das Sorgenkind der Gemeinde auch durch exklusive Behandlungsansätze aufwerten. So wird es ab Januar im Bewegungsbecken Entspannungsangebote geben, angelehnt an Wasser-Shiatsu. Alles ist darauf ausgerichtet, die im Boden liegenden Schätze neu zu aktivieren und zur Grundlage der Angebote zu machen. 

Nicht allzu viel, doch aber etwas, will Plaßmann über die Zukunft der Ladenzeile am Thermalbad-Parkplatz verraten: „Hier werden wir unter anderem Apitherapie, eine Form der Bienentherapie, anbieten und zudem unseren eigenen Shop breiter aufstellen.“

Alles in allem Neuerungen, die das angeschlagene Thermalbad in Bad Emstal wieder auf Erfolgskurs bringen? Hans-Ulrich Plaßmann jedenfalls kann sich auch für die Zukunft weiteres Engagement seitens Arcadia vorstellen, vorausgesetzt, die Zusammenarbeit mit der Gemeinde stimmt: „Wir hoffen, dass im Rathaus unsere Aktivitäten auch entsprechend ihres Wertes anerkannt werden.“

Von Sascha Hoffmann

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