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Neuer Bad Emstaler Bürgerbus ist ein Stromer

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Von: Norbert Müller

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So funktioniert das Ding: Manfred Güde, Björn Engelhard, Erhard Rogge, Klaus Richebächer, Willi Röhn und Lothar Freitag (von links) lauschen den Erklärungen von Bürgermeister Stefan Frankfurth.
So funktioniert das Ding: Manfred Güde, Björn Engelhard, Erhard Rogge, Klaus Richebächer, Willi Röhn und Lothar Freitag (von links) lauschen den Erklärungen von Bürgermeister Stefan Frankfurth. © Norbert Müller

Die Gemeinde Bad Emstal hat dank einer Landesförderung ihren von einem Dieselmotor angetriebenen Bürgerbus durch ein vollelektrisches Exemplar ersetzt.

Bad Emstal – Leise surrend rollt der weiße Kleinbus auf den Parkplatz hinter dem Bad Emstaler Rathaus. „Das Fahrgefühl ist super“, sagt Erhard Rogge beim Aussteigen begeistert. Rogge ist einer aus dem Pool von acht Ehrenamtlichen, die den neuen Bürgerbus der Gemeinde künftig steuern werden.

An diesem Freitagnachmittag gibt es nach der ersten Rundfahrt, bei der sich das Team der Buspiloten mit den Besonderheiten des Elektroantriebs vertraut macht, eine umfassende Einweisung von Bürgermeister Stefan Frankfurth (SPD). Der nutzt schon seit Jahren auch privat einen Stromer als Pkw. Ein Blick unter die Motorhaube, unter der sich im Vergleich zu einem Verbrenner nicht viel Technik breitmacht, Erklärung wie und wo das Ladekabel anzubringen ist, um die Akkus wieder zu füllen – viel mehr braucht es nicht, um dem Team der Fahrer den Sprung ins Zeitalter der Elektromobilität zu bereiten. „Eine Umstellung ist es eher für jene, die noch kein Auto mit Automatik-Getriebe gefahren sind“, sagt Frankfurth, der die Elektromobilität in seiner Gemeinde aus voller Überzeugung vorantreibt.

Dazu gehört auch die Verbesserung der Infrastruktur für E-Fahrzeuge durch die Installation von Lademöglichkeiten. Das hat der Gemeinde letztlich auch den neuen Bürgerbus beschert.

Die Gemeinde hatte sich beim Land um die Förderung von insgesamt acht öffentlichen Ladestationen beworben, erklärt Frankfurth. Und dabei habe man sich auch gleich um einen bezuschussten E-Bus bemüht. „Da gab es aber busmäßig noch nichts am Markt.“ Vom Land sei dann der Hinweis gekommen, die Gemeinde möge sich doch bei der Stiftung „Miteinander in Hessen“ wegen des Fahrzeuges bewerben. Das habe man dann auch getan, sagt Verwaltungsmitarbeiter Björn Engelhard. „Wir haben im Oktober 2021 eine Mail mit einer Konzeptbeschreibung hingeschickt und haben unser Projekt mit dem Titel Bürger fahren Bürger dargestellt.“ Schon Anfang Dezember habe es die Zusage gegeben. Einige Formalitäten galt es noch zu erledigen, „und dann kam ganz plötzlich der Bus“.

Das ist ein nagelneuer Opel Vivaro E, laut Stefan Frankfurth im Wert von rund 50 000 Euro. „Der Bus ist zu 100 Prozent gefördert“, so der Bürgermeister weiter. Die Reichweite mit einer Akkuladung liege bei rund 200 Kilometern, „für den Bürgerbus reicht das vollkommen aus“, sagt Frankfurth, denn da stehen überwiegend Fahrten für Bürger der einzelnen Ortsteile zum Einkaufen und zum Arzt in Bad Emstal auf dem Programm.

Wolfhagen ist montags regelmäßiges Fahrziel, da wird mit Bedürftigen die Wolfhager Tafel angesteuert. Fix im Fahrplan sind dienstags und donnerstags Fahrten für Patienten von Vitos zum Einkaufen. Am Wochenende steht der Bus Vereinen für die Jugendarbeit zur Verfügung.

Bad Emstaler, die den kostenlosen Service des Bürgerbusses, der werktags von 9 bis 17 Uhr angeboten wird, nutzen möchte, rufen das Rathaus unter der Nummer 05624/999777 an.

Das System wurde in Bad Emstal schon 2015 eingeführt. Als Fahrzeug diente ein gebrauchter Ford Transit Diesel, der nun nach gut sieben Jahren durch den umweltfreundlichen Opel ersetzt wird. Der alte Bus wird künftig als Transporter für die Kinder- und Jugendfeuerwehren zur Verfügung stehen.

Der neue Bus wird heute mit der ersten planmäßigen Tour eingeweiht. Vielleicht sitzt Erhard Rogge am Steuer, der als Ehrenamtlicher das Bürgerbus-System in Bad Emstal von Anfang an unterstützt. Ein wenig umgewöhnen müsse man sich beim neuen Stromer doch, sagt er: „Der Motor ist so leise, dass man nach dem Starten erst mal genau hinhören muss, ob er schon läuft.“ Norbert Müller

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