Volkskundliche Abteilung in Merxhausen

Mit Begeisterung am Ausbau des Klostermuseums

Viel zu tun: Für die Dauer der Ausbauarbeiten im Untergeschoss wurden die Exponate zusammengepackt. Museumsleiter Ernst Rogge und Vize-Vereinsvorsitzende Angelika Lengemann stehen vor einem Berg Arbeit.
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Viel zu tun: Für die Dauer der Ausbauarbeiten im Untergeschoss wurden die Exponate zusammengepackt. Museumsleiter Ernst Rogge und Vize-Vereinsvorsitzende Angelika Lengemann stehen vor einem Berg Arbeit.

Die Museumsmacher um Erst Rogge in Merxhausen freuen sich schon auf die Eröffnung ihrer volkskundlichen Abteilung im Untergeschoss. Derzeit wird ein früherer Kuhstall zum Ausstellungsraum umgebaut.

Merxhausen – „Das wird unser Schmuckstück“, sagt Ernst Rogge, der an diesem Tag mit Hammer und Schraubendreher auf den Spuren des Klosters Merxhausen unterwegs ist. Mit dosierten Schlägen befreit er im Untergeschoss des Museumsgebäudes eine uralte Mauer von leicht abblätterndem Putz. „Das ist vermutlich ein Stück der alten Klostermauer, sagt der Museumschef nicht ohne Stolz.

Das knapp zwölf Meter lange Konstrukt aus wuchtigen Sandsteinen wird Teil der neugestalteten volkskundlichen Abteilung des Klostermuseums.

Genau genommen hat das gesamte Klostermuseum seinen Ursprung genau in diesem Bereich: In der Sammlung alter Gegenstände des täglichen Lebens. Es sind Dinge aus den vergangenen 150 Jahren aus dem Dorf, auch aus dem Nachbarort Sand. Weitsichtige Einheimische haben das, was heute hier lagert und auch bald wieder ausgestellt werden wird, in den vergangenen drei, vier Jahrzehnten vor dem Sperrmüll und dem Schrott bewahrt, erzählt die zweite Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal, Angelika Lengemann.

Mit diesen Gegenständen hat man ab etwa 2006 in dem alten Gebäude, das zuvor Futterlager und Ställe, später auch die Gutsverwaltung der Merxhäuser Klinik beherbergte, ein Museum als Spiegel einer langsam in Vergessenheit geratenden Zeit aufgebaut. „Meine Idee war damals, meinen Enkeln zu zeigen, dass die Milch nicht von der lila Kuh kommt“, sagt Rogge in Anspielung auf einen bekannten Werbe-Clip.

Einzelne Abteilungen wurden im Erdgeschoss gestaltet, die von der Spinnstube über verschiedene Handwerke bis zur Landwirtschaft viele Facetten der Vergangenheit im ländlichen Raum abbildeten. Zwischenzeitlich wurde im ersten Stock die auch überregional vielbeachtete Dauerausstellung zur Geschichte der Frauen im Kloster Merxhausen eingerichtet, dazu im Obergeschoss Büroräume und Lagerflächen.

Klopft den Putz von der Mauer: Museumsleiter Ernst Rogge im früheren Kuhstall und künftigen Ausstellungsraum, der von der historischen Klostermauer begrenzt wird.

Nachdem man pandemiebedingt zuletzt monatelang ausgebremst war, sind nun die Handwerker des Vereins um Museumsleiter Rogge wieder aktiv. Im Obergeschoss und Dachgeschoss gilt es, Räume für die Museumszwecke fertigzustellen, und vor allem soll es unten im Bereich der volkskundlichen Abteilung endlich auf die Zielgerade gehen.

Dort, wo Ernst Rogge gerade die historische, gut einen Meter dicke Mauer bearbeitet, die einst beim Bau des Gebäudes kurzerhand als Außenwand integriert wurde, war früher ein Kuhstall. Der alte Fußboden aus Ziegelstein ist größtenteils erhalten. Eine Fachfirma hat in den vergangenen Wochen eine neue Decke eingezogen und die alten Metallstützen gegen neue, stabilere aus Beton ausgetauscht.

Bevor die Handwerker kamen, wurden die einzelnen Abteilungen abgeräumt und im vorderen Bereich zusammengeschoben. Das soll sich nun bald wieder ändern. An den Plänen, wie künftig die einzelnen Abteilungen in Untergeschoss präsentiert werden, wird schon länger gearbeitet, sagt Angelika Lengemann. Dann gilt es, die weit über 2000 Exponate zu sortieren und damit auf 250 Quadratmetern Fläche wieder eine ansprechende Ausstellung zu gestalten. Zur nächsten Saison im Frühjahr 2022 möchte man dann wieder fürs Publikum öffnen.

Schön wäre es, sind sich Rogge und Lengemann einig, wenn „mal ein paar mehr junge Leute dazukommen“ ins Museumsteam, wie es Rogge formuliert. „Die Aktiven hier haben schon alle eine Sieben vorn bei der Jahreszahl.“ Ernst Rogge selbst ist 71. Die Begeisterung, heute beim Freilegen der historischen Mauer, treibt ihn an. (Norbert Müller)

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