Bad Emstaler Neujahrsempfang

Dreifache Ehre beim Abschied für Parlamentschef Wehnes

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Gastgeber im Vitos-Festsaal:Bürgermeister Stefan Frankfurth, Sabine Frankfurth, Waltraud Mai-Wehnes und der lang-jährige Parlamentschef Wilfried Wehnes (von links).

Der scheidende Vorsitzende der Bad Emstaler Gemeindevertretung Wilfried Wehnes wurde bei seinem Abschied zum Ehrenbürger Bad Emstals und zum Ehrenvorsitzenden der Gemeindevertretung ernannt, außerdem erhielt er den Ehrenring der Gemeinde.

Dieser Abend gehörte Wilfried Wehnes, keine Frage. Auch wenn es offiziell der Neujahrsempfang der Gemeinde Bad Emstal war, drückte das jahrzehntelange Wirken des inzwischen 75-Jährigen der Veranstaltung im Festsaal von Vitos Kurhessen in Merxhausen den Stempel auf, denn just an diesem Abend trat Wehnes von der politischen Bühne in seinem Heimatort ab.

Dass das nicht still und leise geschah, sondern gleich mit mehreren Ausrufezeichen im Drehbuch der Veranstaltung und zudem noch vor großem Publikum mit Vertretern aus Bad Emstal und dem gesamten Landkreis, mag dabei nicht wirklich überrascht haben. Denn einen Mann wie Wilfried Wehnes, der 39 Jahre für die Gemeinde Bad Emstal „ehrenamtlich gewirkt und gedient“ hat, wie es Bürgermeister Stefan Frankfurth formulierte, gilt es gebührend zu verabschieden.

Und da ließ sich die Gemeinde dann auch tatsächlich nicht lumpen, sie zeichnete ihren langjährigen Vorsitzenden des Gemeindeparlamentes mit allem aus, was sie zu bieten hat. Und so ernannte Bürgermeister Frankfurth entsprechend dem Beschluss der Gemeindevertretung Wehnes zum Ehrenbürger Bad Emstals, zum Ehrenvorsitzenden der Gemeindevertretung, und man verlieh dem scheidenden Vorsitzenden des „Hohen Hauses“ zudem noch den Ehrenring der Gemeinde Bad Emstal. Ein bislang im Ort einzigartiger Vorgang.

Da verwunderte es kaum, dass an diesem Abend auf einen externen Festredner verzichtet wurde und dieser Part von Wilfried Wehnes übernommen wurde. Bei seiner Ansprache wurde einmal mehr deutlich, wie sehr Wehnes die bewährten demokratischen Spielregeln und das Gemeinwesen gerade auf kommunaler Ebene am Herzen liegen. Er warb eindringlich dafür, dass sich die Bürger beteiligen, die Chance nutzen, mitzubestimmen und mitzugestalten. „Bauen sie mit an der Zukunft unserer Gemeinde“, appellierte er, „ganz gleich mit welcher demokratischen Wählergruppe oder Partei“.

Eine gute Möglichkeit biete sich dabei schon im kommenden Jahr bei den Kommunalwahlen. Es sei ungeheuer wichtig, „dass die Menschen in Bad Emstal auf Dauer stark in den politischen Gremien vertreten sind“. Wehnes beschäftigte sich aber nicht allein mit seiner Gemeinde Bad Emstal und deren Entwicklung mit all den Höhen und Tiefen.

Als ehrenamtlicher Beigeordneter des Landkreises Kassel hat Wehnes auch die Region im Blick. Und so brach der Sozialdemokrat am Freitagabend eine Lanze für den ländlichen Raum und kritisierte, dass man von gleichwertigen Verhältnissen in der Stadt und auf dem Land noch weit entfernt sei. Als Beispiele nannte er die Mobilität, den Öffentlichen Personennahverkehr, und die von der Gesundheit Nordhessen Holding beabsichtigte Schließung der Wolfhager Klinik. Beides seien Fälle, die sich „ganz wesentlich auf die Attraktivität unserer Orte im ländlichen Raum auswirken können“.

Es gebe nicht immer für alle Probleme eine Lösung sagte Landrat Uwe Schmidt, „aber wir werden weiter kämpfen“. Und dabei freue er sich, dass ihm der „Landrat des Kreises Wolfhagen“, wie Wehnes oft genannt wird, „weiter zur Seite steht“. Wehnes sei tatsächlich „das Gesicht des Landkreises Kassel im Wolfhager Land“, und werde es auch noch gut eineinhalb Jahre bleiben, sagte Schmidt. „Dann gehen wir beide in den Ruhestand.“

Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang vom Violinenensemble Quattro Corde und dem Gitarrenensemble der Musikschule Wolfhager Land.

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