Fachleute sollen Gutachten für Kursaal erstellen

Noch immer keine Pläne für die Zukunft der Therme in Bad Emstal

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Seit einem Jahr geschlossen: Das Thermalbad in Bad Emstal. Hausmeister Wolfgang Lindner schaut hin und wieder nach dem Rechten. Das Foto entstand vor etwa einem Jahr.

Fast ein Jahr nach Schließung der Therme in Bad Emstal steht nicht fest, was aus der einsturzgefährdeten Immobilie werden soll.

Weder gibt es vom Parlament ein Votum zum Abriss des 40 Jahre alten Gebäudes (Kosten: 500 000 Euro), noch ein Signal zum Wiederaufbau, sagt Bürgermeister Ralf Pfeiffer (parteilos). Im Gemeindevorstand habe man sich nun zumindest darauf geeinigt, einen Gutachter mit der Prüfung des offenbar weniger schadhaften Kursaals beauftragen zu wollen.

Hintergrund für diese Entscheidung: Das Fehlen des Kursaals als wichtigster Veranstaltungsort der Gemeinde. Pfeiffer hofft, dass die Bodenplatte so stabil ist, dass sich auf ihr ein neuer Saal errichten lässt. Bei dieser Gelegenheit soll auch die medizinische Abteilung überprüft werden. Der Verwaltungschef hofft nun, im kommenden Frühjahr eine Entscheidungsgrundlage zu haben. 

Ganz offensichtlich tun sich die Fraktionen mit einer Aussage zur Zukunft der Therme schwer. Sie wollen sich möglichst auf eine Expertise von Fachleuten stützen. „Die aber ist irre teuer“, sagt Pfeiffer. Eine abschließende Begutachtung des gesamten Komplexes würde seinen Angaben zufolge mehrere hunderttausend Euro kosten. Den gleichen Betrag müsste die Gemeinde zahlen, wenn sie einen Neubau planen würde.

Im August hatte Rathauschef Pfeiffer den Vorschlag unterbreitet, am Thermen-Standort für etwa zwölf Millionen Euro ein Tourismus- und Tagungszentrum zu bauen. „Da hat aber niemand angebissen“, sagt er. Seiner Meinung nach müsste eine Infrastruktur geschaffen werden, von der in erster Linie die Menschen profitieren, die sie bezahlen – die Einwohner Bad Emstals. 

Ein finanzieller Schaden ist der Gemeinde durch die Schließung der Therme nicht entstanden, im Gegenteil: um 600 000 Euro wurde der Haushalt entlastet.

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