Kaum Temposünder

Nur sieben sind beim Speedmarathon in Bad Emstal zu schnell

Mit einem speziellen Lasergerät misst Matthias Grebenstein von der Polizei Wolfhagen die Geschwindigkeiten der vorbeifahrenden Autos in der Wolfhager Straße in Bad Emstal.
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Mit einem speziellen Lasergerät misst Matthias Grebenstein von der Polizei Wolfhagen die Geschwindigkeiten der vorbeifahrenden Autos in der Wolfhager Straße in Bad Emstal.

Sieben zu schnelle Fahrer hat die Wolfhager Polizei beim Speedmarathon in Bad Emstal erwischt.

Bad Emstal – Fünf Polizisten der Wolfhager Polizei waren beim gestrigen Speedmarathon an zwei Stellen in Bad Emstal im Einsatz. Ihr Messgerät hatten sie am Vormittag in der Wolfhager Straße in Sand aufgebaut und am Nachmittag wechselten sie dann in den Klosterweg nach Merxhausen.

Doch statt vieler schneller Raser, begann der Tag für die Beamten sehr ruhig. „Heute ist schon extrem wenig los“, berichtet Steffen Gröticke.

An der Wolfhager Straße hat sich die Polizei ein paar hundert Meter hinter dem Ortsschild positioniert und die Geschwindigkeit der Autos gemessen, die in den Ort hineingefahren sind. Während Gröticke und sein Kollege Matthias Grebenstein am Messgerät stehen, warten die anderen drei Polizisten weiter hinten, um die Autos, die zu schnell gefahren sind, rauszuwinken. Doch im Ortsteil Sand hielten sich alle an die vorgegebene Geschwindigkeit.

„Für die Geschwindigkeitsmessung wird ein speziell entwickeltes Lasergerät benutzt“, sagt Grebenstein. Wenn er durch das Gerät schaut und ein Auto anvisiert, kann Grebenstein die Entfernung und die Geschwindigkeit ablesen. Dann wird ein Toleranzwert von drei oder vier Stundenkilometern abgezogen. Ist das Auto damit immer noch zu schnell in der 50er-Zone unterwegs, wird es herausgewunken.

Um das Messgerät benutzen zu können, brauchen die Polizisten einen speziellen Lehrgang. Das Lasergerät misst das fahrende Auto an zwei Stellen und rechnet somit die Geschwindigkeit aus. Dabei muss Grebenstein etwas Reflektierendes anvisieren, wie das Kennzeichen. „Es darf aber kein Vogel durchfliegen“, erklärt Gröticke. Dann würde die Messung verfälscht werden.

„Das Messgerät ist wie ein Fernglas“, sagt Grebenstein. Damit können die Beamten also auch sehen, wenn Personen nicht angeschnallt sind oder mit einem Handy in der Hand fahren. „Das kostet 30 Euro bei einem Gurtverstoß“, erklärt Gröticke. Somit erwischten die Beamte am Morgen eine Person, die ihren Gurt nicht angelegt hatte und eine Person, deren Licht am Auto kaputt war.

„Uns geht es um die Verkehrssicherheit“, erklärt Gröticke die Intention hinter dem Blitzermarathon. Damit wollen sie die Menschen sensibilisieren und verdeutlichen, dass zu schnelles Fahren gefährlich sein kann. Denn einer der häufigsten Gründe für Verkehrsunfälle seien überhöhte Geschwindigkeiten. Auch am Nachmittag bei der Vitos-Klinik in Merxhausen wurden nur sieben Fahrer bis zum Nachmittag mit erhöhter Geschwindigkeit gemessen. „Die waren meist etwa zehn km/h zu schnell“, sagt Lars Rudolph. Das kostete die Fahrer 15 Euro.

„Die waren aber alle sehr einsichtig“, ergänzt Rudolph. Die meisten hatten sogar von dem Speedmarathon in der Zeitung gelesen, waren dann aber in Gedanken versunken und haben nicht mehr richtig drauf geachtet.

In ganz Hessen waren mehr als 200 Messstellen und 500 Polizisten und Mitarbeiter der teilnehmenden Kommunen bei dem europaweiten Verkehrsaktionstag „Speedmarathon“ im Einsatz. Doch insgesamt hielten sich bis zur Halbzeit des Blitzermarathons die meisten an die vorgegebenen Geschwindigkeiten. (Samira Müller)

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