Waren es Trophäenjäger?

Verstörender Fund: Frau findet totes Reh auf Bundesstraße - ohne Kopf

Rehwild bei Thurnhosbach gerissen
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Waren es Trophäenjäger? Eine Frau hat bei Bad Emstal im Landkreis Kassel ein Reh ohne Kopf gefunden. Die Polizei ermittelt. (Symbolbild)

Ein verstörendes Bild bot sich einer Frau auf einer Bundesstraße im Landkreis Kassel: Ein totes Reh ohne Kopf. Waren es Trophäenjäger?

Bad Emstal - Eine verstörende Entdeckung machte am Mittwoch (29.07.2020) eine 62-jährige Frau aus Bad Emstal (Landkreis Kassel) zwischen Merxhausen und Riede: Am Straßenrand fand sie ein Reh, an dem sich vermutlich Trophäenjäger zu schaffen gemacht hatten. Dem Tier wurde das Gesicht herausgeschnitten, die Ohren waren noch vorhanden.

Die Frau, die nicht namentlich genannt werden möchte, war an diesem Morgen auf dem Weg von Sand nach Fritzlar. Kurz vor dem Abzweig nach Riede sah sie einen grauen Golf mit offenem Kofferraum am Straßenrand stehen und drei Männer, die sich an einem toten Reh zu schaffen machten.

Totes Reh ohne Kopf: „Es war ein schockierender Anblick“

„Ich hielt an und fragte, ob ich helfen kann. Ich dachte, es wäre ein Wildunfall passiert“, erzählt die Emstalerin. Die Männer seien daraufhin sehr ruppig geworden und hätten ihr, vermutlich mit osteuropäischem Akzent, „Weg, weg, weg“ zugerufen. Die Frau fuhr daraufhin weiter zu ihrem Termin nach Fritzlar. Als sie zwei Stunden später wieder an der Stelle vorbeikam, sah sie das Reh am Straßenrand liegen. „Ich habe angehalten und bin hingegangen.

Ich habe angehalten und bin zum Reh gegangen. Es war ein schockierender Anblick, sagt die Finderin.

Es war ein schockierender Anblick. Dem Reh fehlte das Gesicht, und es war durch die Wärme aufgedunsen“, erzählt die 62-jährige Tierfreundin, die es mit ihrem Smartphone fotografierte. Sie ärgert sich nun, dass sie sich das Kennzeichen des Autos nicht gemerkt hat, um das sich die Männer versammelt hatten.

Totes Reh ohne Kopf: Als die Polizei es sichern will, ist der Kadaver verschwunden

Sie informierte die Polizei, die den Vorfall vor Ort aufnahm. Merkwürdig dabei: An dem Reh waren keine sichtbaren Verletzungen zu sehen. Dies spricht laut Polizei gegen einen Wildunfall. Es sei denn, das Tier habe nur innere Verletzungen erlitten. Allerdings wurde der Polizei auch kein Wildunfall gemeldet.

Auch einen Einschuss konnten die Beamten nicht finden. Unklar ist auch, ob das Tier bereits an der Stelle lag oder ob die Männer es dort hingeschafft hatten. Als der Rehkadaver abgeholt werden sollte, war er spurlos verschwunden, berichtet ein Polizeisprecher. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Männer das Tier später noch abholten.

Nach Auskunft der Polizei sind im Bereich von Hessenturm, Riede und Niedenstein in der Vergangenheit immer wieder Fälle von Wilderei gemeldet worden.

Totes Reh ohne Kopf: Waren es Trophäenjäger?

Das Herausschneiden des Reh-Gesichtes spricht laut Uwe Huber, Revierförster in Bad Emstal, für Trophäenjäger. Die gezielten Schnitte, die nach seinen Angaben nur mit einer Säge ausgeführt werden könnten, ließen vermutlich auf gewisse jagdliche Vorkenntnisse schließen. Das Rehgesicht wird von Trophäenliebhabern präpariert, auf einem Holzbrett befestigt und zur Schau gestellt.

Bei der Polizei in Wolfhagen sollen sich bitte Zeugen melden, die den Vorfall möglicherweise gesehen haben oder weitere Hinweise auf Wilderei geben können. (Bea Ricken)

Polizei bittet um Hinweise:

Zeugen des Vorfalls können sich an die Polizeistation in Wolfhagen unter Tel. 05692/98290. wenden.

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